Der in Walding lebende Autor Rudolf Habringer ist längst kein Geheimtipp mehr. Jetzt ist sein sechster Roman „Was wir ahnen“ erschienen.

© foto-reiter.com | A. Reiter

Rudolf Habringer
02/08/2014

„Ich versuche, Empathie für meine Figuren zu entwickeln“

„Was wir ahnen“ – ein Buch über Geheimnisse und Wunden vernetzter Charaktere.

von Daniel Scheiblberger

Eine mehrstimmige Erzählung mit Themen, die sich ineinander verflechten und Figuren, die vernetzt sind, ohne es manchmal zu wissen.“ So beschreibt Rudolf Habringer seinen mittlerweile sechsten Roman „Was wir ahnen“, der im Picus Verlag erschienen ist. Die Geschichte, die im Dreiländereck Oberösterreich, Tschechien und Deutschland spielt, ist eine Art Fortsetzung seines letzten Werks „Engel zweiter Ordnung“, mit dem der in Walding lebende Schriftsteller einen nicht unbeachtlichen Erfolg feiern konnte.

Das neue Buch erzählt von der Psychotherapeutin Verena, die den Mord an ihrem Mann aufzuklären versucht und sich als alleinerziehende Mutter durchkämpft. Oder von die Linzer Politikergattin Katharina, deren Tochter Sandra ein „Kuckuckskind“ ist, das aus einer geheimen Affäre mit ihrer Jugendliebe stammt. Es geht um Rätsel, Geheimnisse und um die Suche nach einem gelingendem Leben. Hatte man im „Engel zweiter Ordnung“ drei Erzählperspektiven, sind es jetzt insgesamt 16 miteinander verwobene Figuren, die die Geschichte weitererzählen – durchwegs spannend und packend. Auch sind in der Architektur des Textes gleich mehrere Episoden von Lebensgeschichten eingewebt, die nach zehn Seiten wieder abgeschlossen sind. Der Leser ist der Einzige, der den Überblick über alles behält. Er weiß mehr als die Figuren, die einander nicht näherkommen.

Warum Letztere in Habringers Romanen viele außereheliche Beziehungen und Affären unterhalten? „Statistiken zeigen, dass es viele Seitensprünge und viele sogenannte Kuckuckskinder gibt. Mich interessieren Brüche in Biografien, die aufeinanderprallen. Wenn man den Fokus auf Zufälliges im Alltag richtet, kommt man drauf, dass es mehr Zufälle und Verbindungen gibt als man sich bewusst ist“, sagt Habringer, der eineinhalb Jahre an der Geschichte, die meiste Zeit in einem Zimmer in Passau geschrieben hat. „Was wir ahnen“, reißt den Leser in ein Netz von konfliktgeladenen Perspektiven, Lebensgeheimnissen und Sehnsüchten. Man kann das Buch übrigens lesen, ohne seinen letzten Roman zu kennen.

Habringer liest aus seinem neuen Roman am 11. März um 19.30 Uhr im Linzer Stifterhaus.

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