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Oberösterreich
12/06/2014

"Rip-Deal" in Tresorraum geplatzt: Millionenbetrüger gefasst

Paar aus Rumänien wurde in Linzer Bank beobachtet, wie sie Geld gegen Papier austauschten.

von Daniel Scheiblberger

Es waren Szenen wie aus einem Agententhriller, die sich Donnerstagnachmittag im Tresorraum einer Linzer Bank abspielten. Angebliche Investoren aus Spanien wollten einen oberösterreichischen Immobilienunternehmer um 400.000 Euro prellen. Doch als die Täter mit der Beute aus der Bank spazieren wollten, schlug die von dem Opfer beauftragte Sicherheitsfirma PRM gemeinsam mit einer Spezialeinheit der Polizei zu. Bei dem geplatzten Coup handelte es sich um einen Vorauszahlungsbetrug, den Kriminalisten als "Rip-Deal" bezeichnen.

"Seriöse" Betrüger

"Im Oktober wurden wir von dem Immobilienunternehmer beauftragt, einen spanischen Investor zu überprüfen", erläutert Christoph Gsottbauer, Chef der Sicherheitsfirma PRM. Der oö. Unternehmer suchte Geldgeber für ein 20 Millionen Euro schweres Immobilienprojekt. Der Geschäftsmann aus Spanien war bereit, ihm die besagte Summe zur Verfügung zu stellen.

Doch die Finanzspritze war an eine Bedingung geknüpft. Der Oberösterreicher sollte 400.000 Euro in bar an die Wirtschaftsprüfer des Spaniers übergeben. Dieser Betrag wäre zur Deckung von Spesen, Versicherungen und Provisionen nötig. Die Wirtschaftsprüfer würden die Scheine in einer Bank "nur" zählen, in Kuverts versiegeln und dann im Tresor der Bank versperren.

Fein gekleidet und äußerst kompetent erschienen am Donnerstag die vermeintlichen Wirtschaftsprüfer, ein Mann und eine Frau, im Linzer Geldinstitut.

Papierschnipsel

Bei ihrer "Geldzählaktion" ging das Betrügerduo dann sehr professionell vor. "Durch verschiedene Ablenkungsmanöver tauschten sie die zuvor verpackten Banknoten gegen gleichartige Pakete aus, die allerdings nur mit Papierschnipseln gefüllt waren", schildert Gsottbauer, dessen Mitarbeiter das falsche Spiel sofort bemerkten. Kurz nachdem das Duo den Tresorraum verlassen hatte, klickten die Handschellen.

Bei den beiden Tätern handelt es sich um eine rumänische Bande, die bereits in ganz Europa ihre Spuren hinterlassen hat. Von Schäden in "x-facher" Millionenhöhe ist die Rede. In Wien konnte PRM im April einen Deal, bei dem ein Schaden von 1,4 Mio. Euro entstanden wäre, verhindern.

Laut Gsottbauer ist die Dunkelziffer beim Vorauszahlungsbetrug hoch. "Es sind viele Rip-Dealer unterwegs. Aber nicht jedes Opfer ist bereit, den Vorfall zu melden, zumeist aus Scham und Imageverlust." Opfer oder jene, die aktuell in Verhandlungen mit möglicherweise dubiosen Investoren stehen, können sich unter 0800-808065 informieren.

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