Chronik | Oberösterreich
12.04.2017

Riesen-Phallus neben Kreuzweg: Suche nach Lösung

Bürgermeister von Traunkirchen hofft auf Einigung mit dem Grundeigentümer.

Ein zwei Meter hoher Phallus neben einem Kreuzweg sorgt in Traunkirchen im oö. Salzkammergut weiter für Aufregung. Bürgermeister Christoph Schragl (ÖVP) hat für Donnerstag ein Gespräch mit dem Eigentümer der Skulptur vereinbart, teilte er auf APA-Anfrage mit. Ein zuvor errichteter Sichtschutz ist wieder entfernt worden.

Der Besitzer der Villa am Kalvarienberg hat das Männlichkeitssymbol im Garten seines Anwesens aufgestellt - gut sichtbar für Teilnehmer am bevorstehenden traditionellen Traunkirchner "Antlaß-Singen" in der Nacht auf Freitag sowie an der Karfreitagsprozession. "Wir sind schon irritiert", fasste Alois Siegesleitner vom Führungsteam der katholischen Pfarrgemeinde die Stimmungslage der Gläubigen zusammen. Der Antiquitäten-Millionär, dem die sogenannte Russenvilla am Kalvarienberg gehört, versteht die Aufregung nicht, die Statue sei rund 1.900 Jahre alt und ein Fruchtbarkeitssymbol aus hellenistischer Zeit.

In einer Spontanaktion montierte der Bürgermeister am Dienstagabend gemeinsam mit Gemeinderäten einen Sichtschutz vor dem Anstoß erregenden Phallus am Kreuzweg. Er wurde allerdings bereits am Mittwochvormittag wieder entfernt. Denn er stand direkt vor der Hecke am Garten des Statuen-Besitzers obwohl sich die Grundgrenze eineinhalb Meter davor befindet. Der Sichtschutz hätte mitten auf dem Kreuzweg aufgestellt werden müssen und damit den gewünschten Zweck nicht mehr erfüllt. Er habe in einem gut verlaufenen Telefonat ein persönliches Gespräch mit dem Grundeigentümer vereinbart und sei optimistisch, dass eine gemeinsame Lösung gefunden werde, sagte Schragl.