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Derbste rassistischer Übergriff in Linzer Bus auf Frau (24)

Linzerin musste schlimmste Sprüche über sich ergehen lassen, bevor der Busfahrer eingriff, den Mann aber weiterfahren ließ.
Frau in gelbem Kleid vor einem Spiegel

Anfangs kann Isi John nicht glauben, dass der rabiat wirkende Mann im Bus mit ihr redet - bis es keinen Zweifel mehr gibt. Es ist der 11. Juni, 21.30 Uhr abends, als die junge Frau bei der Linzer Goethestraße in den Bus einsteigt. Im Vorbeigehen hört sie einen Fahrgast laut lachen und derbste rassistische und sexistische Anspielungen in ihre Richtung sagen. Sie geht vorbei, setzt sich weit entfernt hin.

Alle schauen geschockt, niemand greift ein

Bis der Mann - für alle anderen im Bus gut hörbar - schreit: "Ich f**** nur weiße Schlampen." Einige Fahrgäste schauen geschockt, niemand greift ein. Schließlich kommt der Busfahrer aus seiner Koje und fragt den Mann, ob er weiterhin mitfahren wolle. Wenn ja, solle er jetzt ruhig sein. Der Angesprochene lenkt kurz ein, der Bus fährt weiter, das Gerede und Geschimpfe geht leiser aber doch weiter. Zwei Stationen später steigt der Mann aus. Alle atmen auf.

"Ich war schon sehr oft mit Rassismus konfrontiert in meinem Leben, aber noch nie auf so eine derbe Art und Weise", erinnert sich Isi John an den Vorfall. Sie macht das Erlebte auf ihrem Instagramkanal "frittatensuppen" öffentlich, die Wogen gehen hoch.

"Wieso durfte er weiter mitfahren?"

"Ich hatte nicht mal große Angst, war eher baff und geschockt. Der Mann war vielleicht unter Drogen oder hatte eine Psychose." Das mag eine Erklärung, kann aber niemals eine Entschuldigung sein. "Ich hätte mir schon gewünscht, dass der Busfahrer den Mann rausschmeißt. Wieso durfte der noch zwei Stationen mitfahren?", fragt sich die Betroffene. Dass er aufgestanden und die Situation thematisiert habe, sei aber ein guter Anfang gewesen.

Frau in gelbem Kleid mit Sonnenbrille steht vor einem Spiegel

Die 24-jährige Linzerin wünscht sich mehr Zivilcourage.

"Viele haben nach dem Vorfall gemeint, dass das eine Straftat ist. Ich weiß aber nicht, ob es was bringt, wenn ich das anzeige", ist sich die 24-Jährige unsicher.

Prinzipiell würde sie sich sehr wünschen, dass bei rassistischen Übergriffen andere Personen, die das beobachten, Stellung beziehen: "Viele Leute ignorieren Rassismus im Alltag einfach. Dabei würde ich mir wünschen, dass ich mich nicht alleine wehren muss."

Lenker stellte Mann zur Rede

Seitens der Linz AG Linien heißt es dazu, dass der Busfahrer auf den Mann während der Fahrt aufgrund seines lärmenden bzw. lauten Verhaltens im Fahrgastinnenraum aufmerksam geworden sei: "Er konnte nicht verstehen, welche verbalen Ausdrücke der Mann von sich gab."

Beim nächsten Halt habe der Lenker den Mann zur Rede gestellt - und wurde unmittelbar selbst beschimpft, so die Linz AG. Der Fahrer haben den Mann deeskalierend angewiesen, sich ordnungsgemäß zu verhalten, andernfalls müsse er das Fahrzeug verlassen. Daraufhin habe sich der Mann gemäßigt und hat kurz darauf das Fahrzeug verlassen.   

Linz AG bittet um Mithilfe

Weiters heißt es, das Fahrpersonal sei auf derartige Vorfälle geschult, nötigenfalls werde auch die Polizei alarmiert: "Sobald ein Vorfall beim Fahrpersonal gemeldet wird, wird die angreifende Person, wenn notwendig aus dem Fahrzeug gewiesen und eine Meldung an die Verkehrsleitzentrale gesetzt."

Die Linz AG Linien bittet in diesem Zusammenhang auch, dass Betroffene oder auch beobachtende Mitfahrende derartige Vorfälle beim Lenker melden, damit dieser sofort Maßnahmen setzen könne. 

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