Das Land will für die Regionalbahnen kaum Geld locker machen: Allein die Übernahme der Mühlkreisbahn scheint fix.

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Nebenstrecken
03/04/2014

Pühringer: „Am besten gar keine Regionalbahn übernehmen“

Landeshauptmann verweist auf hohe Kosten und will mit Bund und ÖBB hart verhandeln.

von Christoph Weiermair

Für Aufregung sorgten am Dienstag Medienberichte, wonach das Land Oberösterreich nicht wie ursprünglich angenommen vier, sondern nur eine Regionalbahn von den ÖBB übernehmen will. Die Zukunft der Aschacherbahn, der Hausruckbahn und der Almtalbahn wäre damit ungewiss, allein die Mühlkreisbahn könnte nach dem Ende des Verkehrsdienstevertrages mit den ÖBB im Jahr 2017 vom Land übernommen werden. Im Gespräch mit dem KURIER geht Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) sogar noch einen Schritt weiter: „Mir wäre es am liebsten, das Land würde gar keine Regionalbahn übernehmen.“ Die Taktik des Bundes, Aufgaben und Kosten an Oberösterreich zu übertragen, sei ein „grauer Finanzausgleich“.

Gespräche mit Bures

Im zweiten Quartal werde es Verhandlungen mit Infrastrukturministerin Doris Bures (SPÖ) geben, zuvor müsse er sich mit Verkehrslandesrat Reinhold Entholzer (SPÖ), Baureferenten Franz Hiesl (ÖVP) und den Grünen als Koalitionspartner auf eine Vorgehensweise einigen, sagte Pühringer. Eine Übernahme der Regionalbahnen werde – falls überhaupt – nur stufenweise erfolgen. Die Mühlkreisbahn hätte dabei Priorität.

Verkehrslandesrat Entholzer, ehemals Eisenbahner-Gewerkschafter, betonte am Dienstag, er werde für den Erhalt der Regionalbahnen kämpfen. Die Übernahme der Mühlkreisbahn stehe außer Diskussion. Auch die Aschacher Bahn müsse ins Landeseigentum übergehen: Einerseits wegen des Güterverkehrs, anderseits weil durch eine Verbindung mit der Linzer Lokalbahn eine attraktive Verkehrsverbindung entstehen könne. Bei Hausruck- und Almtalbahn befürwortet Entholzer hingegen einen langfristigen Weiterbetrieb durch die ÖBB. „Im Gegenzug kann das Land seinen Anteil an der Attraktivierung der Strecke leisten.“ 25 Millionen Euro stünden dafür zur Verfügung.

Im Bezirk Rohrbach wird unterdessen wieder verstärkt Kritik an der Regiotram-Lösung laut. Wie berichtet, soll die normalspurige Mühlkreisbahn durch eine regionale Straßenbahn ersetzt werden, die in Zukunft von der Linz AG betrieben werden könnte. Die Regiotram soll in einer ersten Etappe bis Kleinzell und später bis nach Rohrbach führen. Regionalpolitiker bestehen aber darauf, dass der Zug weiterhin bis nach Aigen-Schlägl fährt. An der Regiotram per se hat die Bezirks-ÖVP nichts auszusetzen: „Das Projekt sollte möglichst schnell umgesetzt werden“, sagt Bezirksparteiobmann und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner.

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