Veronika Preiner hat sich hochgearbeitet

© AP/Martin Meissner

Chronik | Oberösterreich
06/29/2019

Preiner ist eine kämpferische Mehrkämpferin

Veronika Preiner aus Ebensee hat die Qualifikation für Olympia 2020 bereits fix

Ehrgeizig sei sie jedenfalls, sagt Verena Preiner über sich selbst: „Ich war sicher nicht die Talentierteste. Man hätte nicht vorhersehen können, dass ich einmal 6.400 Punkte machen werde.“ Hat sie. In Arona/Spanien hat sie vor kurzem im Siebenkampf 6.472 Punkte und damit die direkte Qualifikation für die Olympischen Spiele im kommenden Jahr in Tokio geschafft. Mit dieser persönlichen Bestmarke liegt sie auf Platz fünf der Weltjahresbestenliste.

Lust auf Sport

Um dorthin zu gelangen, habe sie sich viel erarbeiten und erkämpfen müssen, blickt die 24-Jährige zurück. Dieser Kampf begann früh, im Volksschulalter. Auf der Suche nach einer Ferienbeschäftigung stießen Verena und Schwester Katrin zur Union Ebensee. Mama Martina und Papa Peter begleiteten die beiden zu Straßenläufen, die Mädchen waren bald erfolgreich, die Distanzen wurden länger, die Lust auf Leichtathletik wuchs. „Ich bin nicht entdeckt worden, sondern wollte das unbedingt“, erinnert sich Preiner an den Einstieg in den Mehrkampf.

Wunsch nach Leistungssport

Schon von ihrer damaligen Trainerin Elisabeth Schmied wünschte sie sich ein höheres Pensum, und nach der Unterstufe im Gymnasium Bad Ischl wollte sie unbedingt in das Leistungssport-BORG in Linz wechseln. Die Mutter war vorerst dagegen, wollte die Tochter nicht mit 14 in die Fremde entlassen, willigte aber ein Jahr später ein. „Das war ein entscheidender Schritt“, ist Preiner überzeugt.

Mit Thomas in Leonding

„Alles wurde professioneller, bessere Strukturen, das ganze Drumherum im Olympiazentrum auf der Gugl.“ Dort stieß sie nicht nur auf Trainer Wolfgang Adler, der sie nach wie vor coacht, sondern lernte auch Freund Thomas kennen und lieben. Er betreut sie bei Wettkämpfen, mittlerweile wohnen die beiden in Leonding zusammen. Am Mehrkampf schätzt Preiner die Abwechslung: „Ich könnte nicht jeden Tag zum Training gehen und immer dasselbe machen.“ Bei zehn bis zwölf Einheiten à zwei bis drei Stunden pro Woche dürfe die Freude nicht zu kurz kommen. „Ich bin froh, dass ich das, was mir Spaß macht, zum Beruf habe“, sagt die Heeressportlerin.

Landesmeisterin

Lieblingsdisziplin gibt es keine. Über 800 Meter sei sie gewiss am stärksten, sagt Preiner, aber auch im Hochsprung – früher ihre Schwäche – habe sie sich enorm gesteigert. Etwas Besonderes seien die 100 Meter Hürden, über die sie am vergangenen Wochenende Landesmeisterin wurde. Die erste Disziplin im Siebenkampf sei richtungweisend, „man kann in einen guten Flow kommen“.

Weltmeisterschaft Ende September

Saisonhöhepunkt ist die Weltmeisterschaft Ende September, Anfang Oktober in Doha/Katar. Der späte Termin erfordert eine spezielle Vorbereitung. Dieses Wochenende bestreitet Preiner in Ratingen/Deutschland einen letzten Siebenkampf, danach will sie über Einzelbewerbe die Form konservieren und gezielt zum Herbst hin aufbauen. An Olympia werden noch keine Gedanken verschwendet. Wichtig ist die frühe Qualifikation, bis dato sind erst sieben Athletinnen fix. Die Oberösterreicherin will in Tokio „am besten mit einer persönlichen Bestleistung herausgehen und dann schauen, was sich ergibt“.

Mathematik und Biologie

Ein zweites Standbein neben dem Sport sei ihr wichtig, sagt Preiner, „etwas für den Kopf“. Darum hat sie das Studium zum Lehramt in Mathematik und Biologie begonnen, das aufgrund des hohen Trainingsaufwands momentan zurückgestellt ist. In welche Richtung es beruflich einmal gehen wird, „lasse sich nicht absehen. “

Autor: Gerhard Marschall