Pollenduft liegt in der Luft

Frühlingszeit ist Pollenzeit. Gerade für Allergiker kann ein sonniger Tag zum Albtraum werden. Vorsorgen hilft.

Fast jeder vierte Oberösterreicher ist Allergiker, Hauptgrund dafür sind Pollen. Sie sind mit 0,1 Millimetern winzig klein, ihre Auswirkungen jedoch sind riesig. Die Nase läuft, der Gaumen juckt und die Augen tränen.

Gabriele Grabner aus Mondsee weiß, was es bedeutet, wenn die ersten Sonnenstrahlen den Frühling willkommen heißen. „Ich glaube, ich war immer schon allergisch. Seit ich denken kann, habe ich Schnupfen", erzählt sie. Ein Allergietest vor sechs Jahren brachte Klarheit. Die  25-Jährige ist nicht nur gegen verschiedene Pollen und Gräser anfällig, sondern auch gegen Katzen, Hausstaub und Vorratsmilben. „Damals war das ganz schlimm. Ich konnte ohne Taschentuch das Haus nicht mehr verlassen", sagt Grabner. „In der Früh und in der Nacht war es am ärgsten. Meine Haut begann zu jucken und das Atmen ist mir schwer gefallen. Es war einfach so nervig." Die junge Frau macht seit fünf Jahren  eine Immunisierung gegen ihre Allergien. „Es ist schon wesentlich besser geworden. Aber jetzt zu Frühlingsbeginn spüre ich wieder erste Anzeichen. Die Augen brennen und meine Nase juckt."

Vorsorge

Diese Biene ist reichlich bepackt mit Pollen. Sie sorgt für die notwendige Bestäubung der Blüten.
© Bild: dpa/Frank Rumpenhorst

Andreas Strobl, Oberarzt  der HNO-Abteilung der Barmherzigen Schwestern in Linz, sagt: „Bei Allergikern ist das Immunsystem fehlgeleitet. Es erkennt die harmlosen Allergene der Pollen nicht und schlägt Alarm. Der Körper reagiert dann wie auf eine Entzündung." Erste Anzeichen für eine Allergie sind Schnupfen, Niesattacken, tränende Augen und Kitzeln am Gaumen. „Als Vorsorge sollte man das Immunsystem und die Darmflora stärken und trainieren. Kneipp-Bäder sind  empfehlenswert, bei Kleinkindern ist das Stillen sehr wichtig", sagt Strobl.

Heutzutage gibt es viele Möglichkeiten, mit einer Allergie umzugehen. „Man kann versuchen, dem Allergen zu entkommen, öfters die Kleidung wechseln oder die Haare am Abend waschen", empfiehlt der Experte. Eine weitere Möglichkeit ist die Symptomatische Therapie.  „Hier werden die Entzündungssymptome behandelt.  Bei Bedarf wird ein  Antihistaminikum eingenommen." Die dritte Form ist die Immuntherapie. „Dort bekämpft man die Ursachen.  Durch Spritzen oder Tabletten werden dem Körper drei bis fünf Jahre lang geringe Dosen des Allergens zugeführt."  Bereits nach der ersten Saison sei eine Verbesserung spürbar. „90 Prozent der Pollenpatienten und 80 Prozent der Milbenpatienten  spüren eine positive Veränderung", berichtet Strobl. Die Tendenz ein Allergiker zu werden, ist steigend. Das käme unter anderem von der übertriebenen Hygiene, weiß der Oberarzt. „Man soll Kinder ruhig im Sand und Dreck spielen lassen, das stärkt die Abwehr."

Hoch-Zeiten

Derzeit sind die Frühblüher aktiv, vor allem  Birke, Erle und Hasel. „Anfang Mai kommen dann die Gräser. Das dritte Hoch ist im Juli und August, bei den Kräuterpollen, wie Spitzwegerich", sagt der Mediziner. „Ein idealer Tag für einen Allergiker ist strömender Regen auf 1500 Meter Seehöhe." Auf hohen Bergen gäbe es kaum Pollen. Und Regen sei für Allergiker immer angenehm, da werde die Luft reingewaschen.

( Kurier ) Erstellt am 07.04.2012