Symbolbild

© dpa/David Ebener

Pöndorf
08/22/2014

Bauer von Kalb attackiert

Der 61-Jährige wurde mit Kopfverletzungen ins Spital geflogen.

Ein 61-jähriger Landwirt aus Pöndorf im Bezirk Vöcklabruck ist Donnerstagabend im Stall von einem Kalb attackiert worden. Der Mann wurde danach mit Kopfverletzungen in das Salzburger Landeskrankenhaus geflogen. Das berichtete die Landespolizeidirektion Oberösterreich in einer Presseaussendung am Freitag.

Das zweieinhalb Jahre alte, 650 Kilogramm schwere Tier lief plötzlich auf den Bauern zu, stieß ihn um und drückte ihn gegen ein eisernes Gitter. Seine Frau leistete Erste Hilfe bis der Gemeindearzt und ein Notarzt eintrafen. Der Landwirt wurde mit Kopfverletzungen in das Salzburger Landeskrankenhaus geflogen. Das Kalb soll geschlachtet werden.

Die Kuh und ihr mitunter tödliches Beziehungsproblem

Tiroler auf Wanderweg von Kuhherde schwer verletzt."

"Wanderer in der Steiermark bei Kuhattacke schwer verletzt."

Und: "45-jährige Urlauberin aus Deutschland im Stubaital von Kühen getötet."

Schlagzeilen wie diese häufen sich in diesem Sommer und werfen die Frage auf: Ist der Mensch selber schuld – oder sind die Rindviecher wahnsinnig geworden? "Das, was sich in den vergangenen Wochen in Österreich abgespielt hat (siehe Berichte unten), ist eine zufällige Häufung eines grundsätzlichen Problems", sagt Martin Ott, Autor des Buches "Kühe verstehen".

Das grundsätzliche Problem ist laut Ott, dass die Kuh von heute nicht mehr genügend mit menschlichen Wesen konfrontiert wird.

"Die Nähe, die man früher zu seinen Tieren hatte, als vielleicht fünf Kühe im Stall gleich neben der Küche gestanden sind, ist heute nicht mehr gegeben", sagt Ott, der selbst auf Gut Rheinau im Schweizer Kanton Zürich eine 100-köpfige Milchviehherde betreut. "In der modernen Haltung, bei der die Kühe viel freilaufen können und vollautomatisch gemolken werden, fehlt dieses Zusammenleben auf gleicher Augenhöhe, die Bauern investieren nicht mehr in die Mensch-Tier-Beziehung", sagt Ott. Es sei kein Wunder, dass dann "die alten Muster der Tiere wieder aufbrechen: Der Mensch, der da über die Weide wandert, ist etwas Bedrohliches. Und sein Hund ist ein Wolf."

Dazu komme das "fehlende Verständnis der Wanderer, die oftmals keinerlei Bezug mehr zu Tieren haben".

Und wie verhält man sich nun korrekt, wenn man eine Alm betritt? Ott:

"Machen Sie sich bemerkbar, sobald Sie das Tor aufmachen, damit die Kühe Sie bemerken und nicht erschrecken, wenn Sie plötzlich vor ihnen stehen."

"Gehen Sie möglichst an Bäumen entlang und suchen Sie Fluchtmöglichkeiten."

"Schauen Sie der Kuh niemals direkt in die Augen, sie glaubt sonst, Sie sind ein Raubtier."

Und wenn die Kuh schon auf einen zuläuft? Ott: "Dann haben Sie zwei Möglichkeiten. Entweder Sie legen sich flach auf den Boden – oder Sie machen auf starke Kuh." Ah ja, und das geht wie? "Richten Sie sich auf, seien Sie selbstbewusst und heben Sie beide Hände oder zwei Stöcke in die Höhe."

Die Kuh sieht nämlich sehr schlecht – und glaubt dann, Sie seien eine unfassbar riesige Kuh. Mit gewaltigen Hörnern.

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