100 neue Pflegekräfte aus Drittstaaten für OÖ: Deutschprogramm startet
Weil es in Österreich zu wenig Pflegepersonal gibt, werden Profis von den Philippinen und Kolumbien angeworben.
Zusammenfassung
- 100 neue Pflegekräfte aus Drittstaaten kommen 2026 nach Oberösterreich, vor allem von den Philippinen und aus Kolumbien.
- Ein neues Deutschprogramm soll das Sprachniveau der Pflegekräfte von B1 auf B2 anheben, um die Kommunikation und Dokumentation zu verbessern.
- Das Sprachmodell umfasst Online-Selbstlernkurse, Live-Onlinekurse, tägliche Lernimpulse und Sprachmentoren im Pflegeheim.
Es ist ein langer Weg, bis die Pflegekräfte, die aus Drittstaaten angeworben werden, wirklich in ihren Positionen arbeiten können. Rund zwei Jahre dauert es, bis alle Formalitäten zur Einreise, die Verträge und Deutschkurse sowie die Nostrifikation der Ausbildungsunterlagen über die Bühne gegangen sind.
"Dabei dauern die Verfahren bei uns halb so lange wie beispielsweise in Deutschland", sagt Anna Ferihumer, Geschäftsführerin von ALTER OÖ, jener Pflege- und Betreuungsmanagement-Einrichtung, bei der alle Fäden des Prozesses zusammenlaufen.
Sobald die Frauen im Land sind, dürfen sie in Hilfsjobs in der Pflege arbeiten, gemäß ihrer Ausbildung eben erst nach Anerkennung aller Dokumente.
Seit 2021 konnten 263 Fachkräfte aus den Philippinen abgeworben werden, 185 davon arbeiten in Alten- und Pflegeheimen der oö. Sozialhilfeverbände.
Bemühungen tragen Früchte
Die Bemühungen der vergangenen Jahre zeigen nun Wirkung: Alleine im Jahr 2026 sollen 100 Personen von den Philippinen und aus Kolumbien nach Oberösterreich kommen. Sie alle reisen mit Deutschkenntnissen des Niveaus B1 ein. Das ist für Alltagssituationen meist ausreichend. Mit der neuen Initiative des "Sprachkompass Pflege" sollen die Mitarbeitenden aber von B1 auf B2 gebracht werden.
"Das höhere Sprachniveau ist vor allem in der Pflege entscheidend für Dokumentationen, Übergaben sowie Gesprächen mit Bewohnern und Angehörigen", sagt Soziallandesrat Christian Dörfel, ÖVP.
Das Modell funktioniert mit vier Bausteinen:
- Ein eigener Online-Selbstlernkurs "Deutsch für die Pflege" mit mehr als 1.000 Übungen, 40 Videos und Audios
- Mehrere Live-Onlinekurse mit Deutschtrainerinnen
- Tägliche Lernimpulse über das Smartphone
- Ein Sprachmentor im Pflegeheim, der mit den Pflegekräften übt
Landesrat Dörfel erklärt, dass sich das Angebot nicht nur an Menschen von den Philippinen oder aus Kolumbien richte, sondern an alle Menschen mit nicht-deutscher Muttersprache im Pflegebereich, die ihr Sprachniveau verbessern wollen: "Ganz allgemein gilt: Wer gut pflegen will, muss unsere Sprache beherrschen. Da geht es neben Grundkenntnissen auch um Fach- und Umgangssprache."
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