Ohne private Vorsorge geht es nicht
Josef Ertl
Er habe eine mehrwöchige Reha hinter sich, erzählte er, aber weitere Behandlungen für seine Wirbelsäule müsse er nun selbst bezahlen, was seine Pension aber nicht hergebe.
Dass die Krankenkassen ihre Leistungen reduzieren, erfahren viele Patientinnen und Patienten. Deren Einnahmen sind zu gering, um alle Kostensteigerungen abzudecken. So sind sie gezwungen, die Ausgaben zu senken. Der aktuelle Versuch der Gesundheitskasse, die Serviceeinrichtungen in Oberösterreich zu reduzieren, ist ein Ausfluss des Geldmangels. Im Gegenzug die Sozialversicherungsbeiträge zu erhöhen, erscheint politisch einigermaßen unrealistisch, da sie die ohnehin schon hohen Arbeitskosten in Österreich nochmals nach oben treiben würde.
Was bedeutet das für den Einzelnen? Nichts, wenn sich jemand mit einer gesundheitlichen Grundversorgung zufriedengibt. Denn die ist gesichert. Will aber jemand eine optimale Behandlung, ist er gut beraten, darüber hinaus selbst vorzusorgen. Zum Beispiel durch den Abschluss einer Zusatzversicherung oder dass er sich etwas Geld auf die Seite legt. Für alle Fälle. Um die Systeme effizient zu halten, wird es zu einem Ausbau der Selbstbehalte kommen. Diese gibt es ja jetzt schon, zum Beispiel bei den Medikamenten. Wer nicht lange Wartezeiten beim Kassenarzt in Kauf nehmen will, ist häufig gezwungen, einen Wahlarzt aufzusuchen. Den Großteil der Rechnung muss er aus der eigenen Tasche begleichen, die Gesundheitskasse refundiert nur einen geringen Teil.
Viele Menschen nehmen es bereits jetzt in Kauf, in die eigene Tasche zu greifen. Denn die Gesundheit ist ihnen zu wichtig. Und noch können sie sich das leisten.
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