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Kolumne
03/05/2021

Ölziehen ist gut für das Zahnfleisch und Mundhygiene

Seit Jahrtausenden wird Öl in der indischen Heilkunde mit Erfolg eingesetzt. Von Silke Kranz.

Nachdem ich die Fastenzeit mit den Themen Übersäuerung und Entgiftung eingeläutet habe, geht es nun mit einer Tradition aus der ayurvedischen Medizin weiter: dem Ölziehen. Seit Jahrtausenden wird Öl in der indischen Heilkunde als Therapie eingesetzt, ob nun für Massagen, Güsse oder eben zum Ziehen. In den Westen wurde es durch einen russischen Arzt gebracht, der ein chronisches Zahnfleischleiden an sich selbst dadurch heilen konnte.

Nach dem Aufstehen

Wie funktioniert das Ölziehen? Ein Esslöffel hochwertiges Öl wird direkt nach dem Aufstehen auf nüchternen Magen eingenommen und idealerweise bis zu 20 Minuten im Mund hin und her gespült, -gezogen und -gesaugt. Wenn Sie am Anfang nicht so lange durchhalten, ist es kein Problem. Aber Sie werden sehen, je länger Sie ziehen, umso milchiger wird die Flüssigkeit, die Sie schlussendlich ausspucken. Danach mehrmals kurz mit Wasser spülen und dann die Zähne putzen.

Verschiedene Öle

Als Öl werden kalt gepresstes Sonnenblumen-, Sesam- sowie Kokosöl empfohlen, wobei es auch regelrechte Kuren gibt, wo man täglich wechselnd Sonnenblumen-, Distel- und Erdnussöl zieht. Wofür soll das alles überhaupt gut sein? Auch für mich als Nicht-Ayuverda-Ärztin ergibt es Sinn, dass zum einen das Öl selbst und zum anderen die Art des Ziehens tief in die Zahnzwischenräume vordringt und so Keime und Ablagerungen sowie Essensreste löst. Man nimmt also selbst eine gründliche Reinigung vor, was dem Zahnfleisch an sich schon guttut.

Massage im Mund

Durch die Bewegung der Flüssigkeit führt man weiters eine Art Massage im Mund durch. Das regt die Durchblutung an. Und letztendlich haben auch die empfohlenen Öle selbst antibakterielle Eigenschaft und verbessern so die Mundflora – immerhin Beginn des Verdauungstraktes. Deshalb wird dem Ölziehen auch eine heilende Wirkung außerhalb des Mundraumes zugeschrieben, wie zum Beispiel auf Darm- oder Atemwegsinfekte, aber auch Erkrankungen von Leber, Niere und Herz. Das würde ich als Schulmedizinerin nicht zwingend unterschreiben.

Anderer Geschmack

Aber wenn Sie in der Fastenzeit auf Alkohol, Tabakwaren, Süßigkeiten oder tierische Produkte verzichten, werden Sie vielleicht bemerken, dass sich Ihr Geschmack verändert. Und dadurch auch Ihr (Mund-) Geruch. Vielleicht fällt er Ihnen überhaupt zum ersten Mal auf. Dann versuchen Sie doch einfach einmal das Ölziehen. Auf alle Fälle verbessert sich Ihre Mundhygiene, weil Sie sich mehr als maximal zweimal zwei Minuten damit beschäftigen.

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