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Chronik Oberösterreich
10/15/2020

Oberösterreich überlegt verpflichtende Gästeregistrierung

Auch Verschärfungen in Altersheimen angedacht. Entscheidung nach Krisensitzung mit Experten.

In Oberösterreich stehen angesichts der Entwicklung der Infektionszahlen ebenfalls Verschärfungen von Covid-19-Regeln im Raum. Überlegt wird eine Ausweitung der Schutzmaßnahmen in Alters- und Pflegeheimen sowie eine verpflichtende Gästeregistrierung in der Gastronomie. Am Abend wollen Landeshauptmann Thomas Stelzer und Landeshauptmann-Stellvertreter Christine Haberlander (beide ÖVP) mit Experten darüber beraten. Eine Entscheidung soll am Freitag bekanntgegeben werden.

Oberösterreich hatte in den vergangenen Tagen stets dreistellige Zuwächse verzeichnet, am Donnerstag waren es laut Innenministerium 224. Insgesamt sind derzeit 1.543 Personen infiziert, das sind etwa doppelt so viele wie noch Ende September. 91 Personen werden im Spital behandelt, elf davon auf Intensivstationen. 6.505 sind in Quarantäne.

Sorgen machen zudem Cluster in Alters- und Pflegeheimen - u.a. in Wels, wo 26 Bewohner und zwölf Mitarbeiter infiziert sind, und in Bad Goisern, wo 17 Bewohner und vier Mitarbeiter bisher positiv getestet wurden. Eine Schule in Großraming hat wegen zahlreicher Infektionen bereits auf Distance-Learning umgestellt. Der Stadt Wels droht eine Ampelschaltung auf Rot, auch im Bezirk Rohrbach spitzt sich die Lage zu.

Kontaktpersonen sollen leichter gefunden werden

Stelzer und Haberlander beraten daher am Abend mit Medizin-Experten über Konsequenzen. Ein wichtiger Punkt werde die Diskussion über mögliche Verschärfungen sein, etwa eine Erhöhung des Schutzniveaus in Alters- und Pflegeheimen sowie eine verpflichtende Gästeregistrierung in der Gastronomie, hieß es im Vorfeld. Die Gästeregistrierung soll vor allem das Kontaktpersonen-Management erleichtern. Stelzer und Haberlander betonten, sie würden aber auch den Bund gefordert sehen, aufgrund der österreichweit steigenden Infektionszahlen über möglicherweise notwendige Maßnahmen zu beraten.

Viele der aktuellen Fälle resultieren laut Krisenstab des Landes vor allem aus dem privaten Bereich, also Familien oder Vereinen, hinzu kommen einige große Cluster rund um Firmen - wie etwa zwei Fleischverarbeiter oder einen Paketdienstleister - sowie zuletzt Fallhäufungen in Alters- und Pflegeheimen und in Schulen. Bei rund der Hälfte der Neuinfektionen handle es sich allerdings um Personen der Kategorie 1, die bereits abgesondert sind, hieß es. Was das Contact-Tracing angeht, so würden weitere Landesmitarbeiter bereitstehen um die Bezirksverwaltungsbehörden nötigenfalls zu unterstützen.

Maßnahmen in Heimen

Die von der Rot-Schaltung bedrohte Stadt Wels mit aktuell 160 Infizierten (2,56 Promille der Gesamtbevölkerung) hat angesichts der Neuinfektionen und des Pflegeheim-Clusters bereits Vorschläge für Maßnahmen in den Heimen an das Land übermittelt. Eine Entscheidung darüber stand noch aus, aber fix ist bereits, dass die sieben Generationentreffs (eine Art Tagesheimstätte, Anm.) für drei Wochen geschlossen werden.

Bürgermeister Andreas Rabl (FPÖ) war indes um Beruhigung bemüht: "Auch bei einer Rot-Schaltung besteht für die Welser kein Grund zur Angst. Die Aufteilung der Ansteckungen zeigt deutlich, dass der Großteil nicht im öffentlichen Bereich passiert. Künftige Maßnahmen zielen besonders auf den Schutz unserer älteren Mitbürger ab", betonte er. Vizebürgermeisterin Silvia Huber (SPÖ) informierte, dass die Stadt erst kürzlich das Personal für das Contact-Tracing aufgestockt habe.

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