zwei Kinder in Toilette eingeschlossen, Hellmonsödt, OÖ. Eltern Amer mit Kindern Ahamed und Salma

© Mario Kienberger

Oberösterreich
08/31/2013

Kinder auf Toilette gefangen

Geschwister konnten Verriegelung auf öffentlichem Behinderten-WC nicht mehr öffnen.

von Jürgen Pachner

Ich hab’ geglaubt, ich muss bis ans Lebensende da herinnen bleiben“, sagt der siebenjährige Ahmed aus Hellmonsödt am Tag nach der Rettung. Schock hat er keinen mehr und auch körperlich haben er und seine Schwester das Abenteuer heil überstanden.

Am Freitagabend hatten der Schüler und seine fünfjährige Schwester Salma tatsächlich bange Stunden durchstehen müssen. Sie waren gegen 18 Uhr – aufgrund der Witterung nur leicht bekleidet – zum öffentlichen Kinderspielplatz bei der Schule aufgebrochen. Dieser liegt nur etwa fünf Minuten und lediglich eine Straße von der elterlichen Wohnung entfernt. „Ich bin zu ihrem älteren Bruder in die Kinderklinik nach Linz gefahren und habe ihnen voher noch erklärt, dass sie nur bis 19 Uhr dort bleiben dürfen“, erzählt Mutter Suzan Amer.

Als die 35-Jährige die beiden Kleinen schließlich zur vereinbarten Zeit vom Spielplatz abholen wollte, waren sie nirgendwo zu finden. „Ich hab den ganzen Platz und alle angrenzenden Straßen nach ihnen abgesucht, aber sie blieben verschwunden.“ Auch von ihren Tretrollern fehlte jede Spur. Unterstützt von Ehemann Khaled klapperte sie daraufhin sämtliche Freunde der Kinder ab – erfolglos. „Es war schrecklich. Ich hab’ mir mit der Zeit schon alle möglichen furchtbaren Sachen vorgestellt, die ihnen passiert sein könnten und die Polizei alarmiert“, sagt Suzan Amer.

Unverletzt

Gegen 21.30 Uhr wurde eine große Suchaktion mit Hunden, Wärmebildkamera und 22 Helfern der Freiwilligen Feuerwehr gestartet. „Es ist dann ziemlich kalt geworden und meine Angst immer größer“, betont die Mutter. Jede Sekunde sei ihr fast wie ein Jahr vorgekommen. Um 23.15 Uhr kam endlich die erlösende Nachricht: Die Kinder wurden gefunden. „Wir waren alle überglücklich.“

Ahmed und Salma berichteten, dass sie mit den Tretrollern in das öffentliche Behinderten-WC bei der Schule gegangen seien und sich dort eingeschlossen hätten. „Sie haben den Riegel aber nicht mehr aufgebracht.“ Ihr Klopfen und Schreien blieb ungehört. Als den Kindern mit der Zeit sehr kalt wurde, nahmen sie einfach einen Müllsack aus dem Papierkorb und deckten sich damit zu. Amer: „Jetzt ist alles wieder gut, ihr Schock war nur kurz.“

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