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Chronik Oberösterreich
12/15/2019

„Nicht durchgehend über die Stränge schlagen“

Die Versuchung im Advent ist groß – Kekse, Punsch & Co. gibt es im Überfluss. Richtig genießen, lautet die Devise.

von Claudia Stelzel-Pröll

„Grundsätzlich sind wir Diätologen sehr wohl der Meinung, dass man es sich gut gehen lassen soll.“ Das Beste kommt also gleich zu Beginn. Julia Plöchl ist Teil eines weiblichen Dreierteams, das sich Ernährungsliebe nennt. Mit ihr gemeinsam arbeiten Hildegard Lidauer und Marlene Jagersberger mit allen, die ernährungstechnisch mehr auf sich achten wollen.

Mit Standorten in Linz, Leonding und Wels ist das Trio breit aufgestellt, bietet abgesehen von Ernährungsberatung auch noch betriebliche Gesundheitsvorsorge an und ist mit vielen Blogbeiträgen auch im Internet sehr aktiv. Für den KURIER erklärt Julia Plöchl, wie man es möglichst gesund – trotz vieler kulinarischer Versuchungen – durch den Advent schafft.

Pausen einlegen

„Wichtig ist, sich bewusst zu machen, dass die Weihnachtszeit doch einige Wochen lang dauert. Sinnvoll ist es sicher, nicht durchgehend über die Stränge zu schlagen, sondern auch mal Pausen einzulegen, etwas weniger Deftiges zu essen.“ Das Um und Auf sei das bewusste Genießen: „Genuss wird oft nur mit dem Essen selbst verbunden, dabei geht es doch auch um die gemeinsame Zeit, die man verbringt. Das ist auch eine Form des Genusses. Und es muss ja nicht immer etwas Deftiges oder Kalorienreiches sein, auch gesunde Sachen lassen sich bewusst genießen“, sagt Expertin Plöchl, und: „Wichtig ist, in sich hineinzuspüren: Wann bin ich satt? Und dann aber auch aufhören zu essen. So ein extremes Sättigungsgefühl empfindet doch niemand als angenehm.“

Ihre Empfehlung sei es, auch im Advent bei drei Mahlzeiten zu bleiben, „so kommt es nicht dazu, dass man plötzlich Kekserl gegen den Hunger isst. Das wäre nämlich kontraproduktiv.“

Bleiben wir gleich bei den Keksen, denn hier gibt es gravierende Kalorienunterschiede, die sich dementsprechend auf das Kalorienkonto auswirken: „Eine einzige Nussecke hat 200 kcal, während ein Zimtstern 70 kcal und ein Aniskekserl gar nur 25 kcal hat. Das macht sehr wohl einen Unterschied.“ Zehn Nussecken können sich also schnell zum ungefähren Tageskalorienbedarf summieren. Julia Plöchl hat selbst zwei Kekserl-Rezepte für ernährungsbewusste Naschkatzen optimiert (siehe unten).Ein weiterer Tipp der Diätologin: Wer direkt nach den normalen Mahlzeiten nascht, bringt nicht jedes Mal sein Blutzuckerkarussell in Schwung, sondern verpackt den Zucker quasi mit. Somit kommt es erst gar nicht zu einem zusätzlichen Anstieg des Blutzuckerspiegels.

In Zyklen

Übrigens, die Anfragen an das Ernährungsliebe-Team steigen im Jänner und Februar deutlich an. Ob es an den guten Neujahrsvorsätzen oder dem zusätzlichen Hüftgold nach einer exzessiven Adventzeit liegt – da mag sich Julia Plöchl nicht festlegen.

Fest steht nur, „dass viele sagen, vor Weihnachten fange ich gleich gar nicht mehr an mit der gesunden Ernährung oder mit dem Kampf gegen die Kilos. Und auch das ist okay so.“ Das Jahr verlaufe eben in Zyklen, mal sei Zeit für mehr Genuss, mal Zeit für Bewusstsein und Achtsamkeit. „Wichtig ist es einfach nur, dass es nicht immer in die falsche Richtung geht, sondern dass sich diese Zyklen die Waage halten.“

www.ernaehrungsliebe.at

Ingwerwölkchen

Angaben für ca. 30 Stück (40 kcal/Stk.):
Zutaten:
2 Eiweiße
70 g Staubzucker
1 TL Limettensaft
1 Prise Salz
2 TL fein geriebener
frischer Ingwer
 ½ TL Limettenschale
125 g Kokosraspeln
30 Oblaten
Zubereitung: Das Backrohr auf 140 Grad Heißluft vorheizen. Backblech mit Backpapier auslegen und ca. 35 Oblaten auflegen. Kokosraspel mit Ingwer und Limettenschale mischen. Die Eiweiße zu steifem Schnee schlagen. Nach und nach  Zucker und  Limettensaft unterrühren, bis die Masse glänzt und weiche Spitzen zieht. Kokosraspel vorsichtig unterheben. Sofort mit zwei Teelöffeln kleine Hauferl auf die Oblaten setzen. Etwa 20 Minuten backen. Auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.

Weihnachtskugeln

Diese gesunden Weihnachtskugeln (45 kcal/Stk.) sind ein  Energiekick für Zwischendurch, aber auch ein sinnvoller Keksersatz – für alle, die ohne schlechtes Gewissen naschen wollen:

Zutaten:
50 g Mandeln
 50 g Haselnüsse
 20 g Dinkelflocken
 100 g getrocknet Datteln
50 g getrocknete
Cranberries
1 EL frisch gepresster Orangensaft
½ TL geriebene
Orangenschale
½ TL Zimt
Zum Wälzen:
4 EL Kokosraspel und 4 EL
Kakaopulver, ungesüßt.
Zubereitung: Alles in eine gute Küchenmaschine geben und klein häckseln. Die Masse sollte nicht zu klebrig sein. Kugeln formen und in Kokosraspeln oder Kakaopulver wälzen. Ein paar Stunden kalt stellen (Kühlschrank).

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