Burschenschafter beschmierten eigene Hausfassade in Linz-Urfahr.

© Petschenig/Picturenews.at

LINZ

Neue Eiszeit zwischen Linken und Burschenschaftern

KPÖ verdächtigt rechte Verbindung hinter „linken Schmieraktionen“ zu stecken.

von Jürgen Pachner

02/10/2014, 06:47 PM

Nach den friedlich verlaufenen Protesten gegen den Burschenbundball am Wochenende in Linz scheinen die Fronten zwischen linken Antifaschisten und deutschnationalen Burschenschaftern nun wieder neu verhärtet.

Grund dafür ist ein Spruch, der auf der Fassade des Hauses der Burschenschaft Arminia Czernowitz in Linz-Urfahr prangt: „Euren Hass könnt ihr behalten!!!“, steht dort in Blockbuchstaben geschrieben, darunter ist die Webadresse www.werde-aktiv.at angeführt. Wer den Link eingibt, landet auf der Arminia-Homepage. „In diesem Jahr haben wir den Linken die Arbeit abgenommen und unser Haus für die Burschitour selbst besprüht...“, heißt es erklärend auf der Website.

„Wir haben zuerst gedacht, dass diese Schmiererei irgendwelche Gegner der Verbindung aufgesprüht haben, doch jetzt ist klar, dass die Burschenschafter tatsächlich ihr eigenes Haus verunstaltet haben“, sagt KPÖ-Landessprecher Leo Furtlehner.
Diese ungewöhnliche Aktion weckte sein Misstrauen. Furlehner mutmaßt nun, dass auch andere vermeintlich von Linken verübte Schmierereien von rechtsextremen Aktivisten stammen könnten: „Um die Antifa-Bewegung und die Linken zu denunzieren“, behauptet Furtlehner. Als mögliches Beispiel dafür führt er das Jahn-Denkmal im Volksgarten an, das Unbekannte mit weißer Farbe und den Wörtern „Antifa“ und „ausgeturnt“ verunzierten. „Vielleicht wollte das jemand der Antifa in die Schuhe schieben?“ Furtlehner verweist darauf, dass etwa FP-Nationalrat Werner Neubauer bereits 2010 – ohne Beweise zu haben – pauschal Grüne, SPÖ, SJ, ÖGJ und KPÖ beschuldigt habe, die sudetendeutsche Gedenktafel auf der Nibelungenbrücke beschädigt zu haben.

„Die Anschüttungen der KPÖ machen mich fassungslos“, widerspricht FP-Sicherheitsstadtrat und Burschenschafter Detlef Wimmer. Der am Haus der Arminia angebrachte Spruch sei augenzwinkernd zu verstehen und bringe nur zum Ausdruck, dass Hass in politischen Auseinandersetzungen nichts verloren habe: „Was Furtlehner macht, ist Öl ins Feuer gießen. Wir sind selbstverständlich strikt dagegen, fremdes Eigentum zu beschädigen.“

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