Das Ohrwurmhotel und Läusetee sind einfach herzustellen

© Ursula Asamer

Kolumne
07/19/2022

Natürliche Hilfsmittel schützen vor Blattläusen

Pestizide zerstören das natürliche Gleichgewicht. Von Ursula Asamer.

Im Ursprung sind alle Insekten Nützlinge im natürlichen Gleichgewicht. Übermäßige Blattlausvorkommen sind Zeichen vom Fehlen der Fressfeinde wie Marienkäfer, Florfliegenlarven oder Vögeln, die durch Pestizide und Herbizide zuhauf vernichtet werden.

800 Arten von Blattläusen

In unseren Breiten gibt es ca. 800 Blattlausarten. Sie lieben grüne Farben. Rotblättriger Salat wird daher weniger befallen. Durch zu hohe Stickstoffdüngergaben wird Pflanzengewebe weicher, was den Läusen die Saugarbeit wesentlich erleichtert. Ob im Gartenbeet oder dem Balkongarten: Naturbelassene Hilfsmittel schützen junge Pflänzchen. Mischkulturen verhelfen nicht nur zu besserem Ernteertrag, die Pflanzen fördern sich gegenseitig im Wachstum und schützen durch die Vielfalt vor starkem Befall. Zwiebeln zwischen Karottenreihen gesteckt, halten Möhrenfliegen fern. Zwischen die Pflanzungen platzierte Blattlausvertreiber wie Lavendel, Thymian, Rosmarin, Ysop, Salbei und Bohnenkraut sind auch Hingucker in jedem Beet. Wenn man bei der Gemüsegartenpflanzung auch die übliche Windrichtung beachtet, können Läuse weniger leicht auf andere Pflanzen vertragen werden.

Zinnkrauttee

Naturbelassene Stärkungsmittel für Pflanzen sind konzentrierter Zinnkrauttee, der mittels Sprühflasche einmal wöchentlich auf die jungen Pflänzchen gesprüht wird. Auch Knoblauch- und Oreganoabsud können ebenfalls helfen. Fein versprühtes Leinöl und der Absud von Zwiebeln hat sich zum Schutz und bei Blattlausbefall von zarten Rosentrieben sehr bewährt.

Brennnesseljauche

Ohrwürmer lieben Blattläuse, man siedelt sie als Helfer auf Gartenbeeten an, indem man mit Stroh gefüllte Blumentöpfe mit der Öffnung nach unten zwischen die Pflanzreihen stellt. Auch das Aufbringen von Brennnesseljauche ist bei den Läusen unbeliebt. Dazu einen kleinen Eimer voll Brennnesselblättern mit Wasser übergießen und für 48 Stunden stehen lassen. Blätter aus dem Wasser nehmen und als Mulch im Garten verwenden, die mit Wirkstoffen angereicherte Flüssigkeit auf die Pflanzen sprühen. Kartoffelwasser nach dem Kochen nicht entsorgen, sondern ebenfalls als Sprühlösung gegen Blattläuse verwenden. Auch stark verdünnter Essig ist hilfreich.

Abduschen

Auch mechanische Hilfe gegen zu viele Läuse in Form von Abduschen der betroffenen Triebe ist eine große Hilfe. Mulchschicht aus Vogelmiere und Franzosenkraut auf den Beeten lässt die Erde weniger austrocknen. Die Pflanzen greifen zwar schnell Platz, sie können aber jeden Tag auf dem Speiseplan stehen und so im Zaum gehalten werden.

Ursula Asamer ist Kräuterpädagogin

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