Wilderer im Nationalpark: Toter Luchs in Tiefkühltruhe
Seit Monaten werden im Nationalpark Kalkalpen in Oberösterreich Luchse vermisst. Nun haben Ermittler des Landeskriminalamts bei einem Präparator im Raum Linz einen spektakulären Fund gemacht. In einer Tiefkühltruhe wurde der Kadaver eines Luchses sichergestellt. Das bestätigt Georg Kasinger, Sprecher der Staatsanwaltschaft Steyr.
Die Trophäe soll der Präparator von einem passionierten Jäger aus dem Nationalpark-Region zur Bearbeitung bekommen haben. Der 64-Jährige steht nun unter Verdacht, den Luchs gewildert zu haben. Ihm drohen unter anderem Anzeigen nach dem Artenschutzgesetz und wegen Eingriffs in fremdes Jagdrecht.
"Das hat meine schlimmsten Befürchtungen deutlich übertroffen", zeigt sich Nationalpark-Direktor Erich Mayrhofer über den Fund schockiert. "Ich vermute aber, dass das nicht die letzte traurige Nachricht sein wird." Wie im KURIER berichtet, hatte Mayrhofer bereits in der Vorwoche angedeutet, dass Luchse aus dem Nationalpark illegal abgeschossen worden sein dürften.
Gentest
In der Jägerschaft wurde die Nachricht vom toten Luchs mit Bestürzung aufgenommen. "Ich verurteile diese Tat auf das Schärfste", sagt Landesjägermeister-Stellvertreter Herbert Sieghartsleitner. Pikant: Zwischen Jägern und Nationalpark sorgten die Luchse zuletzt wiederholt für Gesprächsbedarf. Eigentlich sollte bereits im Vorjahr ein neues Männchen angesiedelt werden, die Waidmänner blockten aber ab.
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