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Linz/Wien
06/12/2015

Mutmaßlicher Serienbankräuber enthaftet

Verdacht gegen 57-Jährigen nicht erhärtet / Gesuchter Gewalttäter in Wien ausgeforscht.

Ein nach einem Bankraub in Linz festgenommener und später in Zusammenhang mit einer Serie von Überfällen auf Geldinstitute in Wien verdächtigter 57-Jähriger wird am Freitag wieder in die Freiheit entlassen. Die Sprecherin der Wiener Staatsanwaltschaft, Nina Bussek, sagte am Nachmittag zur APA, die Enthaftung des Mannes sei bereits angeordnet. Die Verdachtsmomente hatten sich nicht erhärtet.

Ein Unbekannter stürmte am Donnerstag mit einer Faustfeuerwaffe in die Filiale in der Linzer Innenstadt und verlangte Geld. Eine Angestellte öffnete die Kassenlade und er bediente sich selbst. Der Täter, der österreichischen Dialekt sprach, packte das Geld in einen mitgebrachten Plastiksack und flüchtete. Am Nachmittag wurde dann ein 57-jähriger Verdächtiger festgenommen.

Am Freitag teilte die oberösterreichische Polizei mit, dass der Festgenommene für den Banküberfall in Linz nicht infrage komme. Freigelassen wurde er trotzdem nicht, denn die Staatsanwaltschaft Wien wartet bereits auf ihn: Sie verdächtigt den 57-Jährigen, sechs Banken in Wien überfallen zu haben, wie Sprecherin Nina Bussek mitteilte. Details zu den Coups nannte sie nicht.

Gewalttäter in Wien ausgeforscht

Ein international gesuchter Gewalttäter ist Fahndern des Wiener Landeskriminalamtes am Freitag in der Früh ins Netz gegangen. Der 59-Jährige war 2006 in Polen wegen Körperverletzung und gefährlicher Drohung zu knapp drei Jahren Haft verurteilt worden.

Beamte nahmen den Gesuchten nun in der Schrankenberggasse in Wien-Favoriten fest und brachten ihn in die Justizanstalt Wien, teilte die Polizei am Freitag mit.

Suche nach Linzer Bankräuber geht weiter

Unterdessen geht die Suche nach einem Täter, der Donnerstagvormittag am Linzer Hauptplatz eine Bank überfallen hat, weiter. Die Polizei OÖ sucht nach einem rund 1,85 Meter großen Brillenträger. Ein Verdächtiger, der noch am selben Tag auf der Straße festgenommen worden war, hat offenbar weder etwas mit dem Linzer Fall noch mit einer Serie von Banküberfällen in Wien zu tun.

Nach einem Vergleich mit dem Fahndungsfoto eines gesuchten Bankräubers bestand vorerst der Verdacht, dass der 57-Jährige für den bewaffneten Überfall auf das Linzer Geldinstitut verantwortlich ist, hieß es in der Aussendung der Polizei. Nach der Vernehmung und weiteren Überprüfungen konnte er jedoch als Täter ausgeschlossen werden.

Aufgrund von bisher ungeklärten Banküberfällen in Wien wurde allerdings vom Landeskriminalamt Wien eine gerichtlich bewilligte Festnahmeanordnung bei der Staatsanwaltschaft Wien gegen den Mann erwirkt. Gegen den Mann hatte in Zusammenhang mit einer Reihe von ungeklärten Banküberfällen in der Bundeshauptstadt ein Verdacht bestanden. Laut Wiener Ermittlern haben sich diese Hinweise aber bisher nicht erhärtet.

Inzwischen wurden zu dem Überfall in Linz weitere Details von der Polizei bekannt gegeben. So betrat um 10.41 Uhr der Unbekannte das Institut und wartete das Bankgeschäft eines vor ihm stehenden Kunden ab. Anschließend nahm er aus einer Stofftasche eine Pistole und zielte damit auf die Angestellte. In hochdeutsch sagte er: "Überfall, keinen Alarm". Dann ging er um das Bedienerpult in den Angestelltenbereich. Die Bankangestellte öffnete die Kassenlade und der Täter entnahm die Banknoten. Anschließend flüchtete er mit der Beute zu Fuß Richtung Hauptplatz, wo er in ein Taxi stieg. Seitdem fehlt von ihm jede Spur.

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