Auf diesem Gang fand die Tragödie statt (Foto: www.picturenews.eu)

© Petschenig/Picturenews.at

Linzer AKH
11/14/2013

Mord und Selbstmord waren "genau geplant"

84-Jähriger erschoss am Gang der Neurologie seine Ehefrau (85) und dann sich selbst.

von Christoph Weiermair

Es hat sich angehört, wie wenn ein Brett umfällt“, berichten Krankenschwestern am Tag nach der Bluttat auf der Neurologischen Station des Linzer AKh. Ein 84-jähriger Mann aus Linz hatte am Mittwochabend gegen 19.30 Uhr seiner Ehefrau (85) mit einem Revolver in den Kopf geschossen, sich anschließend die Waffe in den Mund gesteckt und abgedrückt.

Die Tat ereignete sich am Gang der Station. Pflegepersonal und Ärzte hörten nur die Schüsse, weil sie sich gerade in den Krankenzimmern befanden. Als sie zum Tatort eilten, saß der 84-jährige Linzer zusammengesunken auf einem Sessel. Er war bereits tot.

Seine Frau, die nicht geschrien hatte, lebte noch einige Minuten. Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg. „Alles war vollgespritzt mit Blut“, schildert AKh-Pflegedirektor Erich Gattner, der den Krankenschwestern sofort psychologische Hilfe und eine Dienstfreistellung anbot. Sie blieben aber bis sieben Uhr früh auf ihrem Posten. „Es geht ihnen nicht gut, viele Bilder werden erst in den nächsten Tagen kommen“, mein Gattner.

Frage nach dem Motiv

Warum der Mann seiner Gattin und sich selbst das Leben nahm, ist noch unklar. Die Frau war am 6. November wegen einer Hirnblutung ins AKh gebracht worden, hatte sich dort aber gut erholt. In etwa einer Woche hätte ie 85-Jährige auf Reha gehen können.

„Sie wäre kein Pflegefall geworden“, sagt Gerhard Ransmayr, Primarius der Neurologie. Er glaubt, dass Mord und Selbstmord ein „genau geplantes Unternehmen“ waren. Tatsächlich dürfte der 84-Jährige gewartet haben, bis alle Schwestern und Ärzte in den Zimmern waren, ehe er zum Revolver griff. „Er wollte niemanden gefährden“, meint Pflegedirektor Gattner. Das Bett der Patientin wurde auf den Gang gestellt, weil sie an diesem Abend sehr unruhig war und ihr Mann außerhalb der Besuchszeit kam.

Laut AKh Linz haben die großteils bettlägerigen Patienten auf der Station nichts von dem tragischen Vorfall mitbekommen. Für Eingangskontrollen sieht das Spital keinen Bedarf und auch keine Möglichkeit.

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