Chronik | Oberösterreich
22.10.2017

Mit dem Online-Tagebuch zum Besteller

Buchpräsentation.Christina Tropper schreibt den erfolgreichsten Familienblog Österreichs.

Blogger gibt es heute fast wie Sand am Meer. Vom digitalen Tagebuch leben kann bisher nur ein Bruchteil. Trotzdem scheint es immer attraktiver zu werden, sich und teils auch das Familienleben mit der Öffentlichkeit zu teilen. In Österreich gibt es mehr als 120 Familienblogs, einige davon sind unter familienblogs.at gelistet.

Vor drei Jahren startete die Linzer Journalistin Christina Tropper mit ihrem Mamablog Einer schreit immer. Humorvoll schildert sie aus der Elternperspektive leicht übertrieben den chaotischen Alltag und die Herausforderungen als Mutter von Zwillingen. Außerdem sind am Blog Experteninterviews zu finden, Do-it-yourself-Anleitungen und vieles mehr.

Großen Wert legt Tropper auf die Anonymität ihrer Kinder. Das zeigt sich durch geänderte Namen und eine sehr begrenzte Auswahl an Fotos. "Für Eltern von Zwillingen gab es damals kaum Ratgeber." Heute werde der Blog auch von Eltern gelesen, deren Kinder altersmäßig nahe beieinander sind.

Vom Tagebuch zum Job

Was als öffentliches Tagebuch einer Mutter von Zwillingen begann, ist heute ihr Job. Mit 200.000 Klicks im Monat ist www.einerschreitimmer.com derzeit Österreichs erfolgreichster Familienblog, wobei 70 Prozent der Leser aus Deutschland kommen. Tropper verbindet heute die unterschiedliche Berufsfelder, um ihren Blog voranzubringen. Sie ist Journalistin, Fotografin, Buchhalterin, Social Media Managerin, PR-Fachfrau in einem.

"Es ist zwar viel Arbeit, aber es macht mir Freude. Gleichzeitig ist es eine Tätigkeit, die mich von all dem Stress befreit, den der Alltag mit sich bringt. Aber dieser Erfolg ist nicht planbar." Unterstützt wird Tropper seit einem Jahr von der Co-Autorin Lisbeth Koch und von Jennifer Baro. Die Geschichte, wie Tropper zur Buch-Autorin wurde, sei recht unspektakulär. "Ich wurde vom Trias-Verlag angefragt, einen Ratgeber in Buchform zu schreiben. Sie hätten den Blog gelesen und seien an mir als Autorin interessiert."

Fachkundiger Co-Autor

Gestern, Samstag, präsentierte Tropper gemeinsam mit Ehemann und Co-Autor Alexander Smutni-Tropper ihr Buch Die Trotzphase ist kein Ponyhof in der Miele Aktivküche in Linz. "Es war naheliegend, das Buch gemeinsam zu schreiben. Alexander ist Pädagoge. Außerdem hat er schon ein Buch geschrieben. Es war mir wichtig, ihn als fachkundigen Co-Autor dabei zu haben." Mit 4.000 verkauften Exemplaren wurde der im August erschienene Ratgeber innerhalb von zwei Monaten zum Bestseller. Inhaltlich sei es der Humor, der die Menschen zum Lesen motiviere. "Den eigenen Stress ehrlich zu zeigen ist das, was die Menschen in der Situation des Eltern-werdens brauchen." Der Blog wurde zum digitalen Ratgeber für Eltern, das Buch sei eine Erweiterung dazu.