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Chronik | Oberösterreich
07/17/2013

Missbrauch in Heimen: Auch Polen als Opfer?

Der Missbrauch von Kindern in österreichischen Heimen der Nachkriegszeit wurde nun auch in Polen thematisiert.

Der Missbrauch von Kindern in österreichischen Heimen der Nachkriegszeit wurde nun auch in Polen thematisiert: Unter den Tausenden Kindern könnten auch Buben und Mädchen aus Polen gewesen sein, schrieb die Tageszeitung Gazeta Wyborcza unter Berufung auf Angaben eines Ex-Zöglings des Heims Leonstein, der in einem Archiv Listen mit Namen polnischer Waisen gefunden habe.

Der Mann, ein vermeintlicher Waise, stieß in einem Archiv auf Briefe, die an einen Freund gerichtet waren – diesen in dem Heim aber nie erreichten. Die Briefe stammten von dessen Vater, einem polnischen Offizier. Seinem Sohn soll aber stets mitgeteilt worden sein, er sei Waise.

Laut Gazeta Wyborcza könnte es einige hundert polnische Waisen in österreichischen Heimen gegeben haben. „In Oberösterreich haben sich bisher noch keine polnischen Opfer gemeldet“, erklärte Harald Scheiblhofer aus dem Büro des stellvertretenden Landeshauptmanns Josef Ackerl (SPÖ) zur Zeitung. Die Botschaft in Wien und das Außenministerium in Warschau sollen bereits ihre Hilfe angeboten haben.