Mega-Baustelle: Steyrer fürchten monatelanges Verkehrschaos

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Foto: Josef Moser 36.000 Fahrzeuge passieren täglich den sogenannten Taborknoten.

Der vierspurige Ausbau ist fix. Bagger rollen im März an - trotz 6000 Protest-Unterschriften.

Maria Schiller lebt seit mehr als 48 Jahren  in einer  Drei-Zimmer-Wohnung, die direkt am sogenannten Taborknoten in Steyr liegt, den täglich  36.000 Fahrzeuge passieren. „Jetzt ist es schon schlimm. In Zukunft  werde ich aber wohl überhaupt nicht mehr aus dem Haus gehen können“, befürchtet die 77-Jährige.

Schillers Sorgen haben einen Grund: Der Verkehrsknotenpunkt  wird heuer vierspurig ausgebaut. Fast 30 Jahre lang wurde über dieses Megaprojekt diskutiert,  immer wieder landeten die Pläne in der Schublade. Anfang März  rollen nun aber laut zuständigem Landesrat Franz Hiesl (ÖVP) die ersten Bagger an.

5,3 Millionen Euro

46-48937898.jpg Foto: Josef Moser „Ich will mir gar nicht vorstellen, wie viele  Autos und Lastwagen nach der Umgestaltung hier unterwegs sein werden“, sagt Wilhelm Schedlberger, der eine Tabak-Trafik an der stark befahrenen Straße führt. Auch  Apotheker Klaus Reitter ist ein vehementer Gegner des vierspurigen Ausbaus. „Ein Linksabbiegen zum Ärztehaus, wo auch mein Geschäft ist, wird dann nicht mehr möglich sein“, ärgert sich Reitter, der rund 6000 Unterschriften gegen das 5,3 Millionen teure Taborknoten-Projekt gesammelt hat – vergeblich.

46-48913634.jpg Foto: Josef Moser „Der Bau ist nicht mehr zu stoppen. Bis Ende Februar werden  die letzten Grundeinlöseverhandlungen  so gut wie abgeschlossen sein“,  bestätigt Gerald Hackl, Steyrs Bürgermeister. Das Projekt wird in drei Teilen umgesetzt, wobei in jeder Bauphase der jeweilige Straßenabschnitt des Knotens  zur Gänze für den Verkehr gesperrt wird. „Das wird ein  monatelanges  Chaos. Und was soll danach besser werden?“, fragt sich Schedlberger.

T-Kreuzung

Landesrat Hiesl versucht zu beschwichtigen. „Wir unternehmen  alles, um  die Sache möglichst reibungslos abzuwickeln – trotz der Baustelle.“

Auch Hackl betont: „Eine andere Variante mit Teilsperren hätte doppelt so lange gedauert. Das will schließlich auch niemand.“  Der neue, vierspurige Taborknoten soll  eine zentrale T-Kreuzung erhalten – und keinen Kreisverkehr. Apotheker Reitter: „Völlig unverständlich. Bei der Nordspange in Steyr hat es zuerst auch eine T-Kreuzung gegeben. Die wurde  dann um zwei Millionen Euro in einen Kreisverkehr umgebaut, weil es einfach zu viele Unfälle gegeben hat.“

Reitter gibt sich nicht geschlagen. Er plant am Taborknoten kurz vor Baubeginn eine Menschenkette, die den Verkehr für mehrere Stunden zum Stillstand bringen soll. „Die Politiker müssen  einsehen, dass es viele Bürger gibt,   die sich nicht alles gefallen lassen.“

(Kurier) Erstellt am
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