Ärztin Kranz empfiehlt auf Ernährung zu achten

© Greil Michaela

Chronik | Oberösterreich
01/13/2019

Mangel an Vitamin B 12 führt zu Blutarmut und schädigt Nerven

Vitamine sind für unseren Körper wichtig. Das ist kein Gag der Pharmaindustrie.

Während meines Studiums – und ich habe nach dem ururalten Studienplan studiert – wurde Ernährung totgeschwiegen. Umso mehr freut es mich, dass Mikronährstoffe und Vitamine endlich Thema in der medizinischen Wissenschaft werden. Dass Vitamine wichtig für unseren Körper sind, ist kein Gag der Pharmaindustrie, sie stellen tatsächlich Katalysatoren für viele Prozesse dar, die lebenswichtig sind. So auch die Cobalamine, die weit bekannter unter dem Namen Vitamin B12 sind.

Zellbildung

Tiere und Menschen können es nicht selbst herstellen, weshalb Allesfresser es über den Fleischkonsum aufnehmen – am meisten enthält Rinderleber. In pflanzlicher Nahrung findet sich Vitamin B12 vor allem in Wurzeln, jedoch leider nicht in ausreichender Menge. Im Prinzip besteht Vitamin B 12 aus Cobalt und Stickstoff und zeichnet verantwortlich für die Zellteilung, die Blutbildung und wichtige Funktionen des Nervensystems. Durch Vitamin B12 werden einerseits schädliche Stoffwechselprodukte entgiftet und andererseits wichtige Schritte im Knochenmark und auf DNA-Ebene erst möglich gemacht. Andersherum erklärt: Ein Mangel führt zu Blutarmut, der sogenannten Anämie, und einer Schädigung des Zentralnervensystems. Erste typische Symptome sind eingerissene Mundwinkel, schnelle Ermüdbarkeit und Missempfindungen in Händen oder Füßen.

An sich ist die Diagnostik ganz einfach im Blut möglich, allerdings besteht bereits ein ausgeprägter Mangel, wenn er im Blut nachweisbar ist. Dafür gibt es spezielle Laborwerte, die bereits zuvor analysiert werden können. Dies sollten vor allem Menschen in Erwägung ziehen, die Magen- oder Darmoperationen hinter sich haben, an einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung leiden oder sich vegan ernähren. Vitamin B12 kann als Nahrungsergänzungsmittel in Kapselform zugeführt werden, aber auch intramuskulär oder intravenös verabreicht werden. Die neueste Darreichungsform ist als Spray, da es Hinweise gibt, dass die Aufnahme über die Mundschleimhaut besonders gut funktioniert.

Überdosierungen sind kaum bekannt. Üblicherweise wird das Zu viel einfach über die Nieren ausgeschieden. Um Ihr schwer verdientes Geld nicht in die Toilette zu werfen, empfehle ich Ihnen wie so oft, mit dem Arzt/ der Ärztin Ihres Vertrauens zu sprechen und eine sinnvolle Einnahme zu planen. Vielleicht wollten Sie den Aufwind des neuen Jahres ohnehin für eine Gesundenuntersuchung nutzen und packen die Gelegenheit gleich beim Schopf.

Silke Kranz ist diplomierte Ernährungs- und Sportmedizinerin