ZAUNER Anlagenbau

© PETSCHENIG PICTURENEWS.AT

Interview
07/13/2013

„Reichel wollte gar nicht raus“

Unternehmer Manfred Zauner erklärt, warum der Einstieg beim LASK gescheitert ist.

von Christoph Weiermair

KURIER: Sie und Ihre Mitstreiter haben das Angebot für den LASK endgültig zurückgezogen. Lag es nur am Geld?
Manfred Zauner: In erster Linie lag es am Geld. Herr Reichel dachte, dass er mehr bekommt als wir zahlen können. Dabei war es ein faires Angebot, das auf zehn Jahre ausgelegt war. In zweiter Linie glaube ich, dass Reichel gar nicht aus dem Verein herausgehen will. Wenn wir acht statt sechs Millionen geboten hätten, wäre ihm wahrscheinlich wieder etwas eingefallen, dass er nicht raus muss. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.

Sind Sie enttäuscht?
Jetzt nicht mehr.

Wie ist Ihr Verhältnis zu Peter-Michael Reichel?
Ganz normal. Ich würde nicht sagen, dass wir ein schlechtes Verhältnis haben. Wir haben eigentlich eine vernünftige Gesprächsbasis.

Was glauben Sie, wie geht es weiter mit dem LASK?
Keine Ahnung. Der Herr Reichel hat es in der vergangenen Saison allen Unkenrufe zum Trotz geschafft, eine Meistermannschaft zu präsentieren und bis auf die Relegation alles sehr erfolgreich durchgezogen. Ich gehe davon aus, dass der LASK wieder um den Titel mitspielen wird. Man wird sehen, inwieweit ihn die Wirtschaft jetzt unterstützt, davon wird es abhängen.

Sie sind Präsident des SV Wallern. Wo wollen Sie mit dem Verein noch hin?
Wenn es geht, möchten wir nicht aus der Regionalliga absteigen. Wir haben eine sehr junge Mannschaft. Zehn Spieler haben das Team verlassen. Wir haben bis jetzt nur Junge geholt. Das sehe ich auch als unsere Aufgabe, dass sich junge Spieler bei uns präsentieren können. Wir haben dafür ein sehr erfahrenes Trainerteam. Ich denke, das wird schon klappen.

Sie sehen Wallern als Ausbildungsverein?
Ich glaube in der Regionalliga darf sich keiner als etwas anderes betrachten.

Wo steht der SV Wallern in fünf Jahren?
Entweder in der Regionalliga oder in der Oberösterreich-Liga.

Nicht weiter oben?
Nach dem Durchmarsch der letzten Jahre ist jetzt einmal die Luft draußen. Wir haben nicht die Möglichkeiten, nicht die Infrastruktur. Es gehört nicht Wallern in die Bundesliga, es gehört der LASK in die Bundesliga. Es gehört der GAK in die Bundesliga, von mir aus auch ein Vorarlberger Club. Das wollen die Leute sehen. Wer will denn nach Wallern fahren und sich ein Bundesliga-Spiel anschauen? Da kommend dann vielleicht 3000 Leute.

Das Einzugsgebiet wäre groß genug. Man müsste die Welser begeistern.
Die sollten selber schauen, dass sie etwas Gescheites auf die Beine stellen.

Oberösterreichs Fußballverbandspräsident Gerhard Götschhofer hat gesagt, dass Mäzene im Fußball nur am kurzfristigen Erfolg interessiert sind. Ist Ihr Engagement bei Wallern nachhaltig?
Ich bin jetzt 21 Jahre dabei. Wir sind neunmal Meister geworden. Das betrachte ich schon als nachhaltig. So lange der Verein das will, werde ich als Präsident zur Verfügung stehen. Wenn der Verein eine andere Idee hat, können Sie mich jederzeit abwählen. Beim LASK geht das zum Beispiel nicht.

Woher kommt Ihre Begeisterung für den Fußball?
Das ist ein einfach ein schöner Sport, Fußball ist gut für die Jugend. Und wenn man mit jungen Menschen zu tun hat, bleibt man auch im Kopf jung.

In der Regionalliga Mitte sind in dieser Saison sieben Vereine aus Oberösterreich dabei. Wer hat am Ende die Nase vorn?
Gefühlsmäßig der LASK oder Pasching. Ich würde mir wünschen, dass es der LASK ist.

Sie haben große Sympathien für den LASK.
Ich habe großen Respekt vor den Leuten, die hinter dem Club stehen. Da meine ich jetzt nicht unbedingt den Präsidenten. Es gibt viele Leute, die sich sehr für den Klub engagieren, Helmut Oberndorfer zum Beispiel, oder Michael Strugl. Es wäre wichtiger, dass wir den LASK in der Bundesliga haben als Pasching. Ich habe aber nichts gegen Pasching.

Heute trifft der LASK im Cup auf Rapid. Sind Sie im Stadion?
Ja, wenn es sich ausgeht. Aber ich setze mich sicher nicht auf die VIP-Tribüne.

Unternehmer, Vereinspräsident, Hotelier und Erz-Grün-Weißer

Manfred Zauner wurde 1959 in Oberösterreich geboren und wuchs in Wien auf, wo sein Vater die Firma Integral aufbaute. Nach der Ausbildung an der HTL wechselte Zauner ins Unternehmen des Vaters, ehe er sich 2004 aufgrund eines „Generationenkonflikts, der nicht mehr zu bereinigen war“, in Oberösterreich selbstständig machte. Seine Zaunergroup mit Hauptsitz in Wallern an der Trattnach (Bezirk Grieskirchen) beschäftigt heute mehr als
1000 Mitarbeiter und erzielte zuletzt einen Umsatz von
156 Millionen Euro. Das Unternehmen ist im Anlagenbau und in der Anlagenmontage aktiv und hat Standorte in Italien, Deutschland und Osteuropa. Erzeugt und montiert werden zum Beispiel Komponenten für Müllverbrennungsanlagen.

„Hotel Wallern“

Zauners Hotelprojekt in Wallern geht zügig voran. Ende November soll das Haus mit 31 Doppelzimmern, zwei Suiten und Seminarraum sowie integriertem Café eröffnet werden. Der Unternehmer sieht großen Bedarf – einerseits für Mitarbeiter und Kunden, andererseits für Seminare. Der Name des Hotels: „Hotel Wallern. Ganz einfach.“
Rapid-FanWährend sein Bruder Peter Vizepräsident der Linzer Black Wings ist, gilt Manfred Zauners Leidenschaft ganz dem Fußball.
Er ist Präsident und Hauptsponsor des SV Wallern. Aus der Wiener Zeit rührt die Liebe zum SK Rapid. Zauner hat nach wie vor ein Abo in Hütteldorf und bezeichnet sich als „Erz-Grün-Weißer“.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.