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Musiktheaterpädagogin
02/09/2013

Gastbeobachterin lässt viel ausprobieren

Nadine Grenzendörfer will alle Altersschichten für Musik und Theater begeistern

von Daniel Voglhuber

Eine nicht geringe Zahl junger Menschen kann sich Spannenderes vorstellen, als fein angezogen in einem dunklen Saal zu sitzen und sich Opernarien anzuhören. Ein Theaterbesuch ist deshalb oft auch nicht ganz freiwillig. Dass das Publikum gerne kommt, dafür soll im neuen Linzer Musiktheater Nadine Grenzendörfer sorgen.

Die 28-jährige Berlinerin arbeitet in der Landeshauptstadt seit Herbst 2012 als Musiktheater-Pädagogin. „Meine Aufgabe ist es, Menschen für Kunst zu begeistern und jedem eine Chance zu geben, das alles kennenzulernen.“ Nicht nur Kindern, auch Erwachsenen will sie die bunte Welt des Theaters schmackhaft machen und zu einem Besuch im Haus am Volksgarten, das am 11. April eröffnet wird, motivieren.

Praktische Annäherung

Lange und trockene Vorträge zu halten, ist nicht ihre Sache. Grenzendörfer will die praktische Annäherung an ein Stück in den Vordergrund rücken. „Ich lasse die Teilnehmer viel ausprobieren. Sie können hier die eigene Stimme oder den eigenen Körper entdecken.“ Die Berlinerin möchte den Besuchern beibringen, wie man eine Rolle erarbeitet und in eine andere Figur hineinschlüpft. „Die Gäste dürfen auch selbst musizieren und singen“, erklärt die Musikwissenschaftlerin und Germanistin.

Wichtiger Platz ihrer Arbeit soll das Klangfoyer werden. In Kooperation mit dem Ars Electronica Center entsteht auf einer Wand ein interaktiver und digitaler Erlebnispfad. „Hier kann ich dem Publikum Dokumentationen oder Ausschnitte aus den Stücken zeigen. Und über Kopfhörer kann ich den Teilnehmern Stücke vorspielen.“ Dazu wird es auch eine Musiktheaterwerkstatt geben.

Hier dürfen sich die Leute an einem Modelltheater versuchen. „Sie lernen dabei, wie eine Inszenierung von der Idee bis zur Interpretation eines Werks entsteht.“ Außerdem haben die Besucher die Möglichkeit, selbst Stücke zu entwerfen.

Hintergründe

Für die Arbeit sei es wichtig, sich im Betrieb gut auszukennen. Deshalb ist die 28-Jährige stets „Gastbeobachterin“, wenn etwas vorbereitet wird. „Es ist nicht nur wichtig zu wissen, wie eine Oper klingt. Ich muss auch den Hintergrund zum Regiekonzept kennen, um beispielsweise das Bühnenbild erklären zu können.“

Nach Linz hat es die Berliner verschlagen, weil es sie reizte, etwas Neues aufzubauen. „Natürlich war auch das tolle neue Theater ausschlaggebend.“ Jetzt – vor der Eröffnung – führt sie Gruppen durch den neuen Kulturtempel. „Besonders bei Schulklassen gibt es Kinder, die noch nie im Theater waren. Die sind dann von der Architektur schwer beeindruckt. Und sie wollen auch zu einer Aufführung wiederkommen. Das ist schön.“