Bizarres "Ranking" von 225 Schülerinnen in Linzer Gymnasium regt auf

Bizarres "Ranking" von 225 Schülerinnen in Linzer Gymnasium regt auf
Die Polizei hat einen Verdächtigen im Visier. Die Bildungsdirektion bietet betroffenen Schülerinnen Unterstützung.

Wer sind die "Coolen", wer hat das Sagen unter den Schülerinnen? Dieses Thema sorgt in fast allen Schulen für Diskussionen.

Im Linzer Europagymnasium wurde in den Semesterferien ein Ranking von 225 Schülerinnen auf einer Website veröffentlicht.

Nach Angaben der Polizei wurden alle Schülerinnen des Europagymnasiums Auhof aufgelistet und nach ihrer angeblichen Beliebtheit gelistet. Und zwar mit vollem Namen und Foto jeder einzelnen Schülerin.

Diese Seite war zwar nur für zwei Stunden online, sorgte allerdings für große Aufregung unter den Schülerinnen, Lehrern und Eltern. Und auch die Polizei ist sofort auf den Plan getreten.

"Bei den Mädchen hat das eine große Hysterie ausgelöst", beschreibt es einen Ermittlerin gegenüber dem KURIER.

Laut Polizei bisher ein Verdächtiger

Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, bestätigte eine Sprecherin der Landespolizeidirektion Oberösterreich dem KURIER. Auch die Leiterin der Staatsanwaltschaft Linz, Ulrike Breiteneder, ist über den Vorfall informiert: "Ja, es gibt einen Bericht, dass das vorgefallen ist." 

Sie bestätigte auch, dass es einen Verdächtigen gibt, der namentlich bekannt sei: "Es gibt aber noch keine Einvernahme." Es werde auch von mehreren Beteiligten ausgegangen.

Zugriffe von Schüler-Account

Die Polizei geht jedenfalls davon aus, dass es sich beim Ersteller der Website um einen Schüler aus dem Auhof-Gymnasium handelt. Der Zugriff auf die Fotos aller Schülerinnen dürfte von einem Schüler-Account erfolgt sein. 

Die Polizei warte nun auf die Anordnung der Staatsanwaltschaft, alle IP-Adressen zu ermitteln, über die auf die Daten zugegriffen wurden. 

Die Anzeige wurde übrigens von der Schule bei der Polizei gemacht, "alle haben ein großes Interesse, dass das rasch aufgeklärt wird", betont die Polizei.

Ermittelt wird wegen „Missbrauch von Computerprogrammen oder Zugangsdaten“. Der Strafrahmen beträgt bis zu sechs Monate Haft oder einer Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen, erläuterte Breiteneder.

Umgehend Maßnahmen ergriffen

Die Bildungsdirektion Oberösterreich betont in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber dem KURIER, dass "die Schulleitung unverzüglich Maßnahmen ergriffen und umgehend mit den Aufklärungsarbeiten begonnen" habe.

Für die Bildungsdirektion liege die oberste Priorität liege einerseits in der Aufklärung und andererseits darin, den Schülerinnen und Schülern Unterstützung anzubieten.

Diese könnten bei Bedarf auf die Unterstützung der Schulpsychologen zurückgreifen. Zusätzlich stehen am Schulstandort eine Schulpsychotherapeutin sowie zwei Schulärztinnen für Gespräche zur Verfügung.

Inakzeptabler Fall

„Fälle wie diese sind inakzeptabel", betont Bildungsdirektor Alfred Klampfer:. „Nun ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, offen über ihre Erfahrungen zu sprechen und die benötigte Unterstützung zu erhalten."

Je nach Ausgang der Ermittlungen gibt es für die weitere Aufarbeitung eine Vielzahl an möglichen Unterstützungsangeboten durch gezielte Workshops, etwa zum Thema Rechtssicherheit im Internet.

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