Chronik | Oberösterreich
07.10.2018

Linz ist ein beliebter Krimihotspot

Kriminalgeschichten. Viele Autoren und TV-Schauspieler schätzen Linz als Schauplatz

Dem verurteilten Verbrecher Lorenz gelingt die Flucht. Dabei tötet er einen Polizisten. Die Spur führt die „SOKO Donau“ nach Linz zu seiner Ex-Freundin Alina und ihrer Tochter. Sie war an seiner Verhaftung maßgeblich beteiligt. Als der flüchtige Mörder am Pöstlingberg auf Alina trifft, kommt es zum Showdown, bei dem die Tochter in Gefahr gerät.

Nicht nur die „SOKO Donau“ ermittelt regelmäßig in Linz. Für den Linzer Historiker und Buchautor Thomas Buchner ist es – wie für viele seiner Kollegen – naheliegend, Schauplätze in dieser Stadt zu wählen. „Die Kenntnis der Örtlichkeiten ist mir wichtig, damit man beim Lesen einen guten Eindruck von der Umgebung bekommt“, sagt er dem KURIER.

Historische Krimis

Dafür stattet er seine Geschichten mit historischem Adress- und Fotomaterial aus. Die fiktive Geschichte soll plausibel werden, indem er sie in einen realen Hintergrund wie Orte, Lebenseinstellungen, Zigarettenmarken stellt. Buchners aktuellstes Buch „Donau Dämmerung“ erschien vergangenen Juni. Tatort und Hauptschauplatz ist die Linzer Südtiroler Straße nahe des Hauptbahnhofes im Jahr 1939. Nebenschauplatz ist die Mozartstraße. Der Tatort vom Vorgängerroman „Der Fall Schinagl“ liegt 1935 am Südbahnhofmarkt. Ein weiterer Ort ist das alte Rathaus am Hauptplatz. „Dort war die Polizei stationiert, die dann in die Mozartstraße übersiedelt ist.“ Außerdem baut Buchner das heutige Voest Gelände ein, wo sich ein Dorf befand. „Auch Linzer Ausflügler sind hierhergekommen.“

Vorüberlegungen zu einem neuen Buch gibt es bereits. „Es soll zeitlich weitergeführt werden und spielt im Zweiten Weltkrieg“, erzählt er. „Manche Figuren entwickeln sich weiter.“ Dass sich Krimis auch für Kurzgeschichten eignen, hat Ernst Schmid von der Linzer Gruppe „Krimi sieben“ mit seinem Buch „ Denk ermittelt in Linz“ unter Beweis gestellt. Er ließ seine Hauptfigur, Kommissar Kurt Denk, quer durch Linz 30 Fälle in nur einem Buch mit 180 Seiten lösen. Einen brisanten Fall beschreibt Thomas Baum in „Tödliche Fälschung“. Ein Musiker des Linzer Kammerorchesters wird hinter den Kulissen des Konzerthauses ermordet aufgefunden.

Auch die Linzer Juristin Sophia Scheer rückt ihre Heimatstadt in Szene. „Der Tote am Urfahraner Markt“ spielt in einem Hotel in St. Magdalena im Norden der Stadt. Ermittelt wird auch am Urfahraner Markt zwischen Grillhendl, Bierseidln und Zuckerwatte.

Kriminacht

Krimifans treffen sich am 17. Oktober ab 19 Uhr im Linzer Wissensturm zur Kriminacht mit Buchner, Eva Reichl, Beate Maxian und Harry Kämmerer. Der Eintritt ist frei.

Krimis lösen beim Essen ist in - Dinner and Crime. Auch in Linz gibt es diese trendigen Events

Um das Aufklären von Kriminalfällen geht es auch bei trendigen Event-Formaten wie „Dinner and Crime“ oder dem „Mörderdinner“. In stilvoller Atmosphäre beim Galadinner werden Verbrechen begangen. Es wird gelogen, betrogen und gemordet, zum Beispiel im „Sky Gourmet“ Restaurant am Linzer Flughafen (dinnerandcrime.com) oder während einer Donau-Kreuzfahrt mit der „MS Primadonna“ von Linz nach Wien und retour (moerderdinner.com).

Die Besucher befinden sich mitten im Rollenspiel. Intensiver Kontakt zwischen Schauspielern und Gästen ermöglicht eine Mischung aus Spaß, Krimi und gutem Essen. Dabei steht es jedem frei, wie weit er sich als Detektiv in die Geschichte verwickeln lässt. Ist der Sitznachbar noch vertrauenswürdig? Vielleicht wird man am Ende sogar selbst eines Verbrechens verdächtigt.

Krimi muss unterhalten

Vielfalt. „Das Mitfiebern und Fälle lösen wie Columbo in der Fernsehserie ist spannend“, sagt Schauspieler Michael Steinocher. Dabei sei Mord das Schlimmste, das ein Mensch tun kann. Schon als „Knickerbocker“ ließ er niemals locker, heute als Polizist in TV-Serien wie „Cop Stories“ und „SOKO Donau“. Beim Dreh zur SOKO am Pöstlingberg meinte Schauspieler und Sänger Stefan Jürgens, ein Krimi „soll humorvoll sein und zwischen den Figuren muss etwas passieren“. Linz biete eine Umgebung mit schönen städtischen Ansichten und Teilen, die an Subkultur erinnern. Für SOKO-Chefin Brigitte Kren machen „Liebe, Landschaft und Politik mit einem Schuss Spannung einen Krimi lesenswert“.