Chronik | Oberösterreich
13.05.2017

Leiche seit Juli in Stall versteckt

Roland Krenn galt seit 2016 als vermisst. U-Häftling gab entscheidenden Tipp

Das Kriminalrätsel rund um den seit Juli 2016 vermissten Salzburger Roland Krenn steht vor der Auflösung. Am Freitag wurde in Haigermoos (Bezirk Braunau) eine stark verweste Leiche gefunden. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um den Vermissten handelt. Ein 23-jähriger U-Häftling hatte ausgepackt und die Ermittler zum Leichnam geführt, den er gemeinsam mit einem 28-jährigen Gastwirt in dessen Scheune versteckt haben soll. Letzterer wurde wegen Mordverdachts verhaftet.

Im August 2016 hatte ein Bekannter des 1953 geborenen Krenn ( Bild) den Akademiker und Lebemann als vermisst gemeldet. Am 26. April dieses Jahres wurde ein 23-jähriger Flachgauer wegen Mordverdachts festgenommen. Bei der Auswertung von Krenns Handydaten hatten die Ermittler festgestellt, dass dieser am Abend des 19. Juli 2016 mit dem 23-Jährigen ein letztes Telefonat geführt hatte. Der Verdächtige gab an, mit dem Vermissten befreundet zu sein, mit seinem Verschwinden aber nichts zu tun zu haben. Letzte Woche wurden die Ermittlungen der Polizei gegen einen 28-jährigen Gastwirt aus dem Innviertel und einen 55-jährigen Deutschen ausgeweitet. Bei Ersterem hat der Flachgauer gearbeitet, der Deutsche soll Krenn im Frühjahr 2016 bestohlen haben.

„Bündel in Krenns Auto“

Wie die Salzburger Nachrichten berichten, hat der 23-Jährige nun ausgepackt. „Ja, mein Mandant konnte mit dem Wissen seiner Mittäterschaft beim Verstecken der Leiche nicht weiterleben und hat den entscheidenden Hinweis zum Fundort gegeben“, sagt dessen Anwalt Franz Essl zum KURIER. Demnach hat der 23-Jährige Krenn mit dem 28-jährigen Gastwirt bekannt gemacht. „Dieser hat massiv mit Kokain gedealt und hatte stets Geldprobleme. Ende Juli 2016 erhielt mein Mandant einen Anruf, er möge von Salzburg nach Braunau (ca. 40 Kilometer entfernt, Anm.) zum Anwesen des 28-Jährigen kommen und ihm helfen, etwas in den Stall zu räumen“, erzählt Essl weiter. Dabei habe es sich um ein mit einer Plane umwickeltes Bündel gehandelt, aus dem zwei Füße hervorgeschaut hätten – deponiert in Krenns Auto, einem Dodge. Sein Mandant habe sofort vermutet, dass es sich dabei um den toten Krenn handle.
Die beiden hätten dann die bereits übel riechende Leiche in einen Stall und dort in einen Verschlag verbracht und mit Mist bedeckt, berichtet Essl über die Angaben des 23-Jährigen. Und nun habe er dieser die Beamten ebendorthin geführt.
Die Polizei wollte am Samstag nur bestätigen, dass es sich beim Festgenommenen 28-Jährigen um den Besitzer der Liegenschaft handle. „Das Landeskriminalamt steckt noch mitten in den Untersuchungen. Nähere Informationen gibt es am Montag, wenn die Obduktion des Toten abgeschlossen ist“, betont Michael Rausch, Sprecher der LPD Salzburg.