Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk

© Robert Josipovic

Chronik Oberösterreich
09/19/2021

Herbstzeit ist Premierenzeit

Ob Oper oder Schauspiel, im Landestheater Linz geht es wieder auf die Bühne

von Claudia Stelzel-Pröll

„Also sie haben uns den Ferdinand erschlagen“, sagt die Bedienerin zum Schwejk, der vor Jahren den Militärdienst quittiert hat, nachdem er von der militärärztlichen Kommission endgültig für blöd erklärt wurde. Nun lebt er vom Verkauf von Hunden, deren Stammbäume er fälscht. Damit allerdings fangen die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk erst an – und das gleichnamige Stück feiert dieses Wochenende im Linzer Schauspielhaus Premiere: Der Ferdinand, der erschlagen wurde, ist ein Erzherzog, und kaum ist er tot, steht die Welt Kopf, so sehr, dass sich zuletzt auch Josef Schwejk gezwungen sieht, wieder in die Weltpolitik einzugreifen.

Die erste Opernpremiere steht ebenfalls an: Giacomo Puccinis „La Bohème“ am 25. 9. im Linzer Musiktheater. Die Geschichte von der Liebe der von Krankheit gezeichneten Mimì und des erfolglosen Dichters Rodolfo berührt deshalb, weil Puccini und seine Librettisten auf jegliche Distanz verzichten: Zwei junge Menschen, die sich ineinander verlieben und wieder trennen, ist eine Handlung, die allseits bekannt ist. Doch durch den viel zu frühen Tod Mimìs erhält diese alltägliche Begebenheit eine tragische Tiefendimension, die Puccini in seiner Partitur zum Ausdruck bringt. Inszenieren wird diesen Klassiker Georg Schmiedleitner, der dem Linzer Landestheater künstlerisch verbunden ist.

Auch auf der jungen Bühne tut sich was: Der impulsive Ikarus ist querschnittsgelähmt, der poetische Francis hat Multiple Sklerose. Die beiden lernen einander in einer Reha-Klinik kennen. Die Prognosen nerven, der Psychologe nervt, die beiden Burschen nerven einander – und werden beste Freunde. Denn zusammen kann man sich von den eigenen Problemen ablenken und das Krankenzimmer wird zur coolsten WG der Klinik. Francis und Ikarus erzählen mit Humor ihre bitterernste Geschichte. „Mongos“ feiert am 23. 9. auf der Studiobühne Premiere und ist ein Stück für alle ab 13: Über Freundschaft, Liebe, verpasste Gelegenheiten und die Akzeptanz der eigenen körperlichen Einschränkungen.

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