Am Mädchenklo eingesperrt, erkennen Pierre (Christoph Goetzie) und Lisasophie (Sabrina Rupp) ihre Gemeinsamkeiten.

© frei/Brachwitz, Rupp, Goetzie

Erstaufführung
10/11/2014

Angst und Erfolgsdruck werden die Toilette hinuntergespült

"Die Prinzessin und der Pjär" feierte am Freitag im Jugendtheater u\hof: seine Premiere.

von Daniel Scheiblberger

Die Situation ist peinlich. Schulversager Pierre hat sich bei einer Matheschularbeit erneut einen Fünfer eingefangen und will sein Heft im Mädchenklo in der Kanalisation versenken. Dort wird er allerdings von Einserkind Lisasophie überrascht. Durch ein hitziges Gespräch bekommen die beiden nicht mit, dass der Schulwart – es ist Freitagnachmittag – inzwischen alle Türen versperrt hat. "Die Prinzessin und der Pjär", beschreibt ein erzwungenes Aufeinandertreffen vermeintlich völlig ungleicher Schülern, die letztendlich mehr gemeinsam haben, als sie denken: Geheimnisse, Ängste und den Druck, den Wünschen von Schule und Eltern gerecht zu werden. Am Freitag feierte das Stück im "u\hof:Theater für junges Publikum" am Landestheater Linz seine österreichische Erstaufführung.

Pjär ist ein Bär

Die Besetzung von Pierre, "Pjär, der Bär" mit Christoph Goetzie ist aufgelegt. Der groß gewachsene deutsche Mime, ein gelernter Steinmetz, gleicht physisch tatsächlich einem Bären. Seinen Kampf mit dem Versagen spielt er überzeugend, mit viel Gefühl. "Wenn ich groß bin, muss ich betteln gehen."

Sabrina Rupp zeigt gekonnt eine erfolgsverwöhnte Lisasophie, die bereits CD-Aufnahmen mit ihrer Querflöte (spielt sie live) plant. Doch auch bei ihr nagt der Druck der Anerkennung.

Pointen und Tiefgrund

Das Stück stammt aus der Feder von Milena Baisch, die mit ihrem Familienroman "Anton taucht ab" bereits den Deutschen Jugendliteraturpreis einstreifen konnte. Mit "Die Prinzessin und der Pjär"gibt sie ihr Theaterdebüt. Regisseurin Dora Schneider schnürte ein kurzweiliges Paket, mit einer großen Portion Witz und Tiefgründigkeit. Für Kostüm und Bühne zeichnete sich Dominique Hölzl verantwortlich.

Die Aufführung ist für Kinder ab acht Jahren. Aber auch Erwachsenen sei sie zwecks Einfühlungsvermögen in die Jugend empfohlen. Im Oktober und November gibt es 20 Vorstellungen. Infos unter www.landestheater-linz.at

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