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Chronik Oberösterreich
09/27/2012

Kunstkrimi: Anspruch der Erben bestätigt

Die Stadt Linz muss laut einem Gerichtsurteil für drei verschwundene Gemälde von Klimt und Schiele zahlen.

von Michael Petermair

Diese Sache ist noch lange nicht zu Ende", sagt Bruno Binder. Der Rechtsanwalt, der das Institut für Wirtschaftsrecht an der Linzer Johannes Kepler-Universität leitet,  vertritt Oberösterreichs Landeshauptstadt im Kunstkrimi um   zwei verschwundene Bilder von Egon Schiele und eine Zeichnung Gustav Klimts. Die Erben, die  Schadenersatz forderten, haben nun vom Landesgericht Linz Recht bekommen.

Die Stadt ist  in diesem Zivilrechtsprozess laut Richterspruch „dem Grunde nach" für den Verlust der Werke verantwortlich. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die Stadt wird  nach Informationen des KURIER in Berufung gehen.  Binder: „Dazu darf ich nichts sagen."

Vier Wochen sind auf jeden Fall Zeit, um Rechtsmittel einzulegen. Verhandlungen über eine außergerichtliche Einigung gebe es laut  Julius Stieber, dem Linzer Kulturdirektor, derzeit nicht. Insgesamt vier Bilder wurden von der damaligen Eigentümerin im Jahr 1951 an die Neue Galerie verliehen. Für die Übergabe gibt es eine schriftliche Bestätigung. Sie wurde damals  von Walter Kasten unterzeichnet, der ab 1947 stellvertretender Leiter und später Direktor der Galerie war. Nun sind die Werke  nicht mehr auffindbar.

Der Oberste Gerichtshof hat den Erben bereits 2011 für die verschwundene Schiele-Zeichnung „Paar" 100.000 Euro zugesprochen. Im aktuellen Streit geht es um Klimts Bild „Zwei Liegende" sowie um  das Aquarell „Junger Mann" und das Ölgemälde „Tote Stadt". Beide Werke wurden von Schiele gemalt.

6,25 Millionen

Die Erben bestehen nach wie vor darauf, von der Stadt Linz  6,25 Millionen Euro zu erhalten. „Über die tatsächliche Höhe der Entschädigung muss  in einem weiteren Verfahren entschieden werden, und zwar erst dann, wenn das jetzt ergangene Urteil auch rechtskräftig ist", sagt Christine Mayrhofer von der Medienstelle des Landesgerichts.

Ein Vergleichsangebot der Kläger, das  rund zehn Prozent des Streitwerts nachgelassen hätte, sei laut Kulturdirektor Stieber von der Stadt nicht akzeptiert worden. Linz sei bisher lediglich von einem Wert im Hunderttausender-Bereich ausgegangen. „Außerdem  zweifeln wir die Echtheit eines der betreffenden Gemälde an", sagt Stieber.

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