„Lieder für eine neue Welt“ (o.) als erste große Musicalpremiere

© Reinhard Winkler

Chronik Oberösterreich
05/16/2021

Es geht los: Volle Kraft voraus ins Kulturleben!

Endlich darf wieder Theater gespielt, gesungen, gelesen und musiziert werden

von Claudia Stelzel-Pröll

Es war eine lange Durststrecke. Abgesehen von Reisen und Restaurantbesuchen ging eines den Österreicherinnen und Österreichern besonders ab: Kulturveranstaltungen.

Ab 19. Mai ist es soweit: Unter entsprechenden Auflagen dürfen die Spielstätten des Landes wieder öffnen und endlich alles zeigen, was monatelang vorbereitet wurde.

Die Freude bei den Verantwortlichen sowie bei den Künstlerinnen und Künstlern ist groß. Die Schockstarre löst sich langsam. Und mit dieser Öffnung lebt auch die Hoffnung auf einen abwechslungsreichen Kultursommer. Bühne frei!

So ein Premierentrubel!

Landestheater. Hinter den Kulissen wurde natürlich in den vergangenen Monaten weitergeprobt, viele Stücke wurden auch erstmals im Internet, auf der sogenannten Netzbühne zur Aufführung gebracht. Nach sechs Monaten darf endlich wieder live gespielt werden, „deswegen bin ich stolz, glücklich und dankbar“, bringt es Landestheater Hermann Schneider auf den Punkt.

Direkt am 19, Mai geht es los mit „Lieder für eine Neue Welt“, einem Projekt der Musicalsparte des Landestheaters mit Liedern von Jason Robert Brown. Die Premiere ist zwar schon ausverkauft, für die Folgetermine gibt es aber noch Tickets.

Tags darauf am 20. Mai feiert „Amadeus“ im Schauspielhaus Premiere. Das Theaterstück von Stefan Shaffer nimmt die Fehde zwischen Antonio Salieri und Wolfgang Amadeus Mozart unter die Lupe.

In „Binge Living“ kommen die legendären Callcenter-Monologe von Künstlerin Stefanie Sargnagel auf die Bühne. Uraufführung am 22. Mai.
Die Kinderoper „Die Katze, die ihre eigenen Wege ging“ kommt am 23. Mai zur Uraufführung.

In den Kammerspielen folgt dann am 24. 5. die nächste Premiere, und zwar „Alte Meister“ nach dem Roman von Thomas Bernhard.

Liebesbriefe“ ist wiederum ein sehr persönlicher, stiller und intimer Tanzabend von Tanzdirektorin Mei Hong Lin – zum Trost, als Aufarbeitung und als Motivation zum Neubeginn. Premiere am 1. Juni.

Und abgesehen von Veranstaltungen mit Dach über dem Kopf gibt es heuer erstmals das Schlosspark Open Air im Linzer Schlosspark – also eine neue Sommerspielstätte unter Sternen. Von 17. Juni bis 18. Juli gibt es etliche Abende unter freiem Himmel – mit Programmen aus dem aktuellen Spielplan, aber auch mit Gästen.

www.landestheater-linz.at

Ganz viel an die frische Luft

Posthof. Es wurde gewerkelt und gebaut, gehämmert und geplant: Mit der Initiative „FrischLuft“ erweitert der Linzer  Posthof nun das dafür im vergangenen Jahr erfolgreich etablierte, umfangreiche Sicherheitskonzept. Die Ausdehnung des Areals im Innenhof, ein damit ermöglichtes, großzügiges Platzierungsangebot und eine mobile, witterungstaugliche Bühne ergänzen die drei Indoor-Säle ab sofort während der wärmeren Jahreszeit zwischen Mai und September. Für  eine flexible Open-Air-Variante ist also gesorgt.

Für einen Großteil der verschobenen Veranstaltungen kann nun  ein Ersatztermin angeboten werden. Daneben erwarten das Publikum viele Projekte heimischer Kulturschaffender, die während oder gar wegen der Krise entstanden sind: Für „Zirkus“ etwa, ihr zweites gemeinsames Album-Projekt, huldigen Ernst Molden & Der Nino aus Wien der Manege als Ort der Verheißung (21. Mai.).

Mit Avec präsentiert eine der spannendsten oberösterreichischen Liedermacherinnen ihr berührendes, jüngstes Songmaterial (2. 7.).

Philosoph Konrad Paul Liessmann ist Friedrich Nietzsches geheimnisvollen Texten über Zeit, Vergänglichkeit, Leben, Lust und Leid auf der Spur (31. 5.). Lydia Mischkulnig ist im Literatursalon mit ihrem Werk „Die Richterin“ zu Gast (26. 5.).

„Ask your Scientist“ lautet das Motto bei der „Spritz-Tour“ der Science Busters (11. 6.).

Nicht zu letzt finden ein paar echte „Klassiker“ quer durch die Genres zurück auf die Posthof-Bühne – von der „Auslese“ eines Mike Supancic (2. 6.) über Voodoo Jürgens & Die Ansa Panier (24. 6.) bis hin  zum Songbook von Willi Resetarits & Stubnblues (3. 7.).

www.posthof.at

Klassik, gar nicht abgehoben

Brucknerhaus. „Wir freuen uns riesig, dass es endlich wieder losgehen darf“, heißt es aus dem Brucknerhaus. Das Programm der kommenden Wochen und Monate ist dicht, hier ein kleiner Überblick über die Höhepunkte:

Am 26. Mai liest der beliebte deutsche Schauspieler Heikko Deutschmann aus Marcel Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ vor. Dazu erklingt Musik für Violine und Klavier von Zeitgenossen Prousts.

Eines der besten Vokalensembles der Welt präsentiert Juwelen der Chormusik aus fast 600 Jahren: Bühne frei für The King’s Singers am 28. Mai.

Am 31. Mai und 1. Juni findet der 1. Bechstein-Bruckner-Wettbewerb im Brucknerhaus Linz statt. Beide Runden des Wettbewerbs sind öffentlich, der Eintritt ist frei.

Am 6. Juni gastiert dann Christoph Heesch, der Star am Violoncello, in Linz. Gemeinsam mit dem Kammerorchester Eroica Berlin hat er ein besonderes Programm im Gepäck, das den Klang der „Goldenen Zwanziger“ in seiner ganzen stilistischen Vielfalt hörbar macht. Heesch ist außerdem Teil des internationalen Projekts TONALi Tour, das im Rahmen des Brucknerfests erstmals in Österreich stattfindet: Jugendliche sollen dabei die Grundkenntnisse des Veranstaltungs- und Kulturmanagements kennenlernen.

Die beliebte Mezzosopranistin Stephanie Houtzeel kommt mit ihrem renommierten Klavierbegleiter Charles Spencer am 7. Juni ins Brucknerhaus – mit Liedern eines Jahres.

Am 11. Juni stellt Geiger Sergey Khachatryan gemeinsam mit seiner Schwester Lusine, die Klavier spielt, Werke von Bach, Satie, Debussy und Respighi aus den Jahren 1717, 1817 und 1917 vor.

www.brucknerhaus.at

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