bauer

© Josef Moser

Landwirtschaft
02/23/2013

Ernten, waschen, trocknen, pressen

Bauer Herbert Krötzl aus Desselbrunn hat nicht nur eine Schweinezucht, er produziert auch bestes Kürbiskernöl.

von Michael Petermair

Kürbiskernöl gibt es nicht nur in der Steiermark. Herbert Krötzl – Landwirt aus dem Desselbrunner Ortsteil Deutenham – hat vor zehn Jahren begonnen, auf einem ein Hektar großen Feld Kürbisse anzubauen.

Das Geschäft mit der köstlichen, nussartigen Flüssigkeit läuft mittlerweile wie geschmiert. Kein Wunder, dass Krötzl seine Kürbis-Fläche auf fünf Hektar erweitert hat.

„Wir haben sogar Kunden aus Deutschland, die alle ihre Verwandten mit unserem Produkt versorgen“, erzählt der Landwirt, der in Oberösterreich als Vorreiter in Sachen Kürbiskernöl gilt. Insgesamt 13 Bauern aus dem Hausruckviertel haben sich dann im Laufe der Zeit zur „Traunstein-Kernöl-Gemeinschaft“ zusammengeschlossen. „Gemeinsam können wir das Ganze besser vermarkten“, betont Krötzl.

Waschmaschine

In der ersten Maiwoche (je nach Wetterlage) werden die Kürbisse angebaut, die Ernte ist Mitte Oktober – mittels eines speziellen Geräts. „Danach müssen die Kerne gereinigt werden. Das passiert innerhalb von vier Stunden. Dafür gibt es eine eigene Waschmaschine“, sagt Krötzls Ehefrau Anna.

Nächster Schritt: Ab mit den Kernen in eine Trocknungsanlage, in der sie einen Tag bleiben. Ist auch das erledigt, folgt das Pressen. Krötzl: „Das lassen wir in der Steiermark machen. Eine Presse kostet rund 250.000 Euro, wir können uns das nicht leisten.“ 120 Kilo Kerne braucht man für 45 Liter reines Öl, das von großen Kanistern in Flaschen abgefüllt werden muss.

Computergesteuert

Bei den Krötzls gibt es aber auch Kerne zum Knabbern. „Und meine Frau hat aus den Kernen einen Schnaps gemacht – bisher nur für den Eigenbedarf“, so der Landwirt, der in seinem Betrieb hauptsächlich auf Schweinezucht setzt. „Wir haben insgesamt 80 Zuchttiere.“ Die Ferkel werden so lange gefüttert, bis sie 30 Kilo haben. Danach werden sie verkauft. Vor Kurzem haben die Krötzls die Stallungen völlig neu gebaut, alles läuft jetzt computergesteuert. „Die Temperatur für unsere Schweine muss genau passen. Dort, wo die ganz jungen Ferkel drinnen sind, ist sogar der Boden geheizt“, so Krötzl, der die Landwirtschaft bald an seinen 25-jährigen Sohn Markus übergeben wird.

Über zu wenig Arbeit kann sich der Familienbetrieb nicht beklagen. Neben den Schweinen und den Kürbissen haben die Krötzls weitere 20 Hektar Acker, die mit Mais, Weizen, Gerste und Hafer bebaut werden. Und dann gibt es auch noch einen sieben Hektar großen Wald.

Infos und Preise für das Öl gibt es unter 07674/63996 oder 0680/1332517.

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