Chronik | Oberösterreich
16.01.2013

Kroate gibt Mord an Kellnerin zu

Im März 1992 ist Monika Simmer erstochen worden. Ein 44-Jähriger hat die Tat nun gestanden.

Wir sind total happy, uns liegt ein absolutes Geständnis vor“, jubelt Chefinspektor Erich Allmer vom LKA OÖ. Gemeinsam mit seinem Kollegen Otto Voglmayr ist ihm Dienstagabend gelungen, den mehr als 20 Jahre zurückliegenden Mord an der Linzer Kellnerin Monika Simmer aufzuklären. „Wir haben ihn zehn Stunden lang einvernommen, er hat schließlich alles zugegeben“, sagt Allmer. Ein Erfolg, der von den Ermittlern so rasch nicht erwartet worden war.
Der verdächtige Kroate Davor B., 44, wiederholte sein Geständnis auch gegenüber der Haft- und Rechtsschutzrichterin. Er sitzt in der Justizanstalt Linz in U-Haft.

Kein Naheverhältnis

Monika Simmer ist am 10. März 1992 in einem Spiellokal in der Rainerstraße in Linz getötet worden. Sie war kurz vor Geschäftsschluss – vermutlich von ihrem letzten Gast – mit Fäusten und einer Bierflasche malträtiert und minutenlang gewürgt worden. Dann rammte ihr der Mörder ein abgebrochenes Bierglas in den Hals.

Über das Motiv wollen die Ermittlungsbehörden vorerst keine Auskunft geben. „Nur so viel: Es war keine Beziehungstat – Opfer und Täter sind in keinem besonderen Naheverhältnis zueinander gestanden“, sagt Staatsanwaltssprecher Philip Christl.

Aus Simmers Tageslosung fehlten 3150 Schilling (229 Euro) – diese Summe soll zuvor an einem der Automaten verspielt worden sein. 26.000 Schilling (1889 Euro) blieben in der Kassa zurück. 20 Jahre verlief die Suche nach dem Täter erfolglos. Im Mai 2012 führte ein internationaler DNA-Abgleich aber auf die Spur von Davor B. Auf Simmers Strumpfhose und in ihrer Handtasche waren DNA-Spuren sichergestellt worden, die dem Mann zugeordnet werden konnten. Er wurde europaweit zur Fahndung ausgeschrieben und Ende Dezember in Slowenien festgenommen. Am Dienstag wurde er ausgeliefert.

Erleichtert

„Ich bin erleichtert, aber abschließen kann ich erst, wenn der Mann rechtskräftig verurteilt ist“, sagt Franz Simmer, Vater des Opfers. Es gebe keinen Tag, an dem er nicht an seine Tochter denke. „Ich hoffe, dass er eine so hohe Strafe bekommt, dass ich nicht mehr am Leben bin, wenn er wieder frei kommt.“ Am 21. Jänner feiert er seinen 76. Geburtstag. „Die vergangenen zwei Jahrzehnte sind extrem belastend gewesen.“