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Chronik Oberösterreich
07/30/2012

Kompromiss vor Metal-Festival

Der Bürgermeister von Mining lässt vier umstrittene Bands nicht auftreten. Antifaschisten werten sein Einlenken als Erfolg.

von Jürgen Pachner

Im Fall des umstrittenen Black-Metal-Festivals am 17. und 18. August auf der Burg Frauenstein bei Mining dürfte nun ein Kompromiss gefundenen worden sein, der für alle akzeptabel ist.
„Es ist jetzt fix: Wir werden keine der vier im Vorfeld beanstandeten Bands zulassen“, erklärt Bürgermeister Günter Hasiweder. Neben der Gruppe Nagaroth dürfen auch Moredhel, Selbstentleibung und Eternity nicht auftreten.  Antifaschisten hatten deren Songtexte als rechtsextrem, hetzerisch und menschenverachtend kritisiert.
Laut Hasiweder soll bereits ein entsprechender Bescheid erlassen worden sein. „Das ist in Abstimmung mit dem Veranstalter erfolgt, der selbst auch kein Interesse daran hat, dass zweifelhafte Gruppierungen bei ihm auftreten“, betont Hasiweder.

Die Konzerte der 30 anderen – als unbedenklich eingestuften – Bands sollen außerdem seitens der Gemeinde unter Jugendschutz gestellt werden. „Einlass erhalten nur Besucher, die älter sind als 18 Jahre.“ Der ÖVP-Bürgermeister erfüllt damit eine Forderung des  ressortzuständigen Landeshauptmann-Stellvertreters Josef Ackerl (SPÖ), der eine  Gefährdung von Jugendlichen befürchtet hatte.
„Wir haben uns allen Argumenten gebeugt und unseren guten Willen gezeigt – ich hoffe sehr, dass  damit endlich eine Ruhe ist“, sagt Festival-Chef Kurt Latzlsperger. Für die vier nicht zugelassenen Gruppen will er noch Ersatzbands engagieren.

Erfolg

Beim Netzwerk gegen Rechtsextremismus zeigt man sich über die Entscheidung der Gemeinde sowie das Einlenken der Veranstalter zufrieden. „Dass die vier Bands ausgeladen wurden, ist erfreulich. Das ist eine Variante, mit der wir sehr gut leben können“, betont Netzwerk-Sprecher Robert Eiter.
Das Ganze sei als Erfolg der breiten Protestbewegung der vergangenen Tage zu sehen.  „Hätten es unsersen Widerstand nicht gegeben, wären diese Bands vermutlich aufgetreten.“
Eiter will nun auch alle anderen Metal-Gruppen noch einmal ganz genau unter die Lupe nehmen: „Wir wollen damit sicherstellen, dass niemand durchrutscht.“

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