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Gehaltsstreit
12/23/2014

Jeder Arzt kassiert 130.000 €

2969 Spitalsärzte in OÖ erhalten 387 Millionen. Weiter keine Einigung gibt es in Kärnten.

Oberösterreichs Landeshauptmann und Gesundheitsreferent Josef Pühringer legte am Dienstag im Konflikt um die Erhöhung der Ärztegehälter ein Schäuferl nach und veröffentlicht deren Einkommen. Die 2969 Spitalsärzte sollen in Summe 387 Millionen Euro erhalten, das sind durchschnittlich 130.000 Euro brutto im Jahr.

Turnus- und Assistenzärzte verdienen demnach durchschnittlich 65.500 Euro – in einer Spannweite von 36.000 bis 82.000 Euro brutto. Fachärzte bekommen durchschnittlich 132.000 Euro, beginnend bei 62.000 Euro bis 320.000 Euro. Primare haben im Schnitt 260.000 Euro, in einer Spannweite von 110.000 bis 750.000. Dies sind die Spitalsgehälter, Honorare für Gutachten und aus Privatordinationen sind darin nicht enthalten. "Ich vergönne jedem alles", sagte Pühringer, "aber es sind offensichtlich ungerechte Strukturen." Pühringer hat den Vorschlag der Ärztekammer abgelehnt, für alle Spitalsärzte das Grundgehalt um 1200 Euro zu erhöhen. Das würde zusätzlich 69 Millionen Euro kosten, das sei zu viel. Er benötige das Geld auch für eine Besserstellung der Pflegekräfte. Die Gesamtvorstellung der Ärztekammer sei mit Mehrkosten von 90 bis 100 Millionen verbunden.

Pühringer betrachtet es als "ersten kleinen Erfolg", dass die Ärztekammer nicht mehr auf einer linearen Erhöhung für alle besteht. Er habe nun zehn Verhandlungstermine im Zeitraum vom 14. Jänner bis zum 27. Februar übermittelt. Der Landeshauptmann will einen Vorschlag unterbreiten, bei dem zwei Drittel bis drei Viertel der Spitalsärzte mehr bekommen sollen. Obwohl die Ärztekammer ihren Mitgliedern abgeraten hat, ab 1. Jänner mehr als 48 Stunden zu arbeiten, rechnet Pühringer nicht mit Engpässen in Oberösterreichs Spitälern. Es könnten sich aber geplante Eingriffe zeitlich verzögern.

Die Ärztekammer spricht in ihrer Reaktion von einem "Ärztebashing" Man versuche den Fokus auf eine wenige Spitzenverdiener zu legen. Den Spitalsstandort Oberösterreich könne man weder mit einer "Neiddebatte" noch mit "Gehaltskosmetik" wettbewerbsfähig machen. Die Ambulanzgebühren anders zu verteilen, käme einer "Enteignung" gleich.

Fehleinschätzung

Von Weihnachtsfrieden kann im Zusammenhang mit den Ärztegehältern auch in Kärnten keine Rede sein. Landeshauptmann Peter Kaiser interpretierte am Dienstag die Lage offensichtlich falsch, weil er meinte: "Die Gespräche sind konstruktiv, die Verhandlungen auf der Zielgeraden." Kaiser betonte, er sei zuversichtlich, dass die Ärzte die ausgestreckte Hand des Landes ergreifen würden. Jetzt gelte es, nur noch Details zu klären.

Der Vorschlag sah ja die Bereitstellung von zusätzlichen 13,5 Millionen Euro für die Mediziner vor. "Letztendlich steht allerdings nur ein wenig mehr als die Hälfte dieser Summe für die Erhöhung der Grundgehälter zur Verfügung", beanstandet Ärztekammerpräsident Josef Huber den Vorschlag. "So kann ich mir keinen Abschluss vorstellen. Das Volumen muss erweitert werden, das Land muss einen zweiten, vielleicht sogar dritten Schritt tätigen."

Das sei erforderlich, da in den benachbarten Bundesländern Steiermark und Salzburg zukunftsträchtige Abschlüsse erfolgt seien. Kaiser hat hingegen stets betont, die 13,5 Millionen seien das letzte Angebot – damit ist die 48-Stunden-Woche ab 1. Jänner für Kärntens Spitalsärzte Realität.

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