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Nach Femizid: Tatort wird umgebaut, Trauerarbeit ab Montag

Ein Abstimmungsgespräch soll Klarheit über das weitere Vorgehen bringen.
Großes, beleuchtetes Schulgebäude mit Glasfassade, bunten Kinderzeichnungen und dem Schriftzug „Bilger Breustedt Schulzentrum“.

Nach dem Femizid in einer Schule in Taufkirchen an der Pram (Bezirk Schärding) hat am Sonntag ein Krisenstab entschieden, dass der Tatort über die Sommermonate baulich verändert wird. Dieser soll dann auch nicht mehr als Bibliothek dienen. Volks- und Mittelschule bleiben nächste Woche noch reduziert geöffnet. Eine Runde aus Vertretern der Schulleitung, der Bildungsdirektion, der Krisenhilfe Oberösterreich, der Schulpsychologie und dem Schulerhalter hatte sich darauf geeinigt.

„Der Montag steht im Zeichen des Ankommens, des Austauschs und der gemeinsamen Verarbeitung des Geschehenen“, teilte die Bildungsdirektion Sonntagnachmittag in einer Presseaussendung mit. Im Mittelpunkt stünden Gespräche mit den Klassenvorständen und den Krisenteams. Ab Dienstag erfolge dann eine schrittweise Rückkehr in den Unterricht, allerdings für den Rest der Woche reduziert bis 11.30 Uhr. Am Ende der Woche sei ein gemeinsamer Trauergottesdienst für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte vorgesehen.

Psychosoziale Unterstützung stehe während der gesamten Woche für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie Eltern zur Verfügung. Für Erziehungsberechtigte wurden zusätzliche Gesprächsmöglichkeiten eingerichtet.

Ein Polizist steht vor einem Eingang, im Hintergrund gehen Personen in Schutzanzügen durch einen modernen Flur.

Hintergrund der Tat dürfte Eifersucht gewesen sein.

Die Situation vor dem Schulzentrum zeichnete sich Sonntagnachmittag bei einem Lokalaugenschein der APA sehr eindrücklich. Der strahlend blaue Himmel und die vor der Schule gehisste große, schwarze Fahne, die sich im Wind hin und her bewegte, verpassten der Szenerie ihren ganz eigenen Kontrast. Anders als sonst herrschte selbst am Feiertag vor dem Gebäude ein Kommen und Gehen. Immer wieder fuhren Autos zur Schule, Menschen stiegen aus, verharrten eine Weile, Kerzen und Blumen wurden hinterlegt. Auch Briefe mit letzten Grußworten fanden sich im größer werdenden Meer an Trauerlichtern.

Drei Kinder saßen von der tragischen Hektik unberührt vor dem Schulgebäude im Schneidersitz zusammen. Eines der Mädchen erzählte der APA, es habe mit der getöteten Pädagogin ihren Klassenvorstand verloren. Die Schülerinnen wirkten zwar ruhig und gefasst, die Blicke ließen aber große Betroffenheit erkennen. Dass es für die Kinder in dieser Lage nicht einfach wird, ihren Gefühlen sprichwörtlich Raum zu geben, wurde in der Nebenbemerkung eines Mädchens spürbar. So wollte das Trio bereits früher zur Schule kommen. „Aber dann sahen wir Kamerateams und sind wieder weg.“

Bei dem Femizid soll am Freitag ein 29-jähriger Pädagoge seine um ein Jahr jüngere Kollegin mit einem zweischneidigen Dolch und einer Schusswaffe in der Schulbibliothek getötet haben. Die Waffe hatte der Mann, der nach der Tat Suizid beging, legal besessen. Hintergrund dürfte offenbar unerwiderte Liebe sein, und dass die Frau eine andere Beziehung einging.

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