Chronik | Oberösterreich
03.01.2013

„Ich hab’ dem Tod schon ins Auge schauen können“

Nach Hundeattacke spricht das Opfer.

Erich Schöfers Körper ist nach der Hundeattacke von Wunden nur so übersät. „Das waren richtige Kampfmaschinen – ich bin froh, dass ich noch lebe“, sagt der 63-Jährige. Überall sei ihm das Blut hinabgelaufen. Er befürchtete, die Rettung würde vielleicht zu spät kommen. „Die drei Viecher haben meine Kleidung zerfetzt und mir so wild in den Kopf gebissen, dass ich geglaubt hab’, sie spalten mir den Schädel.“ Die Hunde rissen ihm auch ein Ohr ab: „Das haben sie wahrscheinlich gefressen.“ Dabei hatte Schöfer noch Glück, dass die Halsschlagader unverletzt geblieben ist. „Ich hab’ dem Tod aber schon ins Auge schauen können.“

Notoperation

Seit einer Notoperation am Samstag liegt der Bauer aus der Ortschaft Landshut in der chirurgischen Abteilung des AKH Linz. Kopf, Stirn, Hand, Bauch, Unterleib, Fuß und Ferse sind dick bandagiert. „Ich bin sicher zehn Mal gebissen worden“, sagt der 63-Jährige. Die drei Schäfer-Dobermann-Mischlinge hatten sich – wie berichtet – hinterrücks am Hof seiner Nachbarn auf ihn gestürzt, als er gerade dabei war, die Batterie am Auto der 57-jährigen Hundebesitzerin zu wechseln.

Deren 84-jährige Mutter hatte ihn darum gebeten. „Bevor ich in den Hof gegangen bin, hab ich extra nachgefragt, ob die Viecher eh’ eingesperrt sind, weil sie mich vor Jahren schon einmal gebissen haben.“ Die Pensionistin sicherte ihm das zu – ein fataler Irrtum, wie sich herausstellte. „Die Hunde haben die Tür ins Freie wahrscheinlich selber aufgemacht.“

Das Krankenbett wird Schöfer nicht so schnell verlassen können. „Bissverletzungen sind immer problematisch, weil die Wunden Keim-besiedelt sind“, bestätigt Stationsärztin Claudia Thunhart. Noch sei auch unklar, ob das abgerissene Ohr rekonstruiert werden könne. Schöfer will von den Nachbarn nun Schmerzengeld für die erlittenen Qualen. „Ich hab’ seit dem Vorfall auch Albträume.“ Die Hundebesitzer wurden angezeigt, ihnen droht die Abnahme der Tiere. „Es besteht Gefahr im Verzug“, betont Bürgermeister Johannes Hinterreither.

Bilder von picturenews.at