(Symbolbild)

© DPA,APA/Bernd Thissen

Chronik | Oberösterreich
08/15/2013

Hundeattacke: Ganze Siedlung ist in Angst

Ein Bullterrier und ein Rottweiler fielen in Stadl-Paura über einen Arzt her. Besitzerin darf Hunde vorerst behalten.

Weil er sich in der Adresse geirrt hatte, endete ein Hausbesuch für einen Allgemeinmediziner im Spital. Ein Rottweiler und ein Bullterrier fügten dem 54-Jährigen schwere Bissverletzungen an Kopf, Beinen und Armen zu. Ihm geht es schon besser, er will aber nicht über den Zwischenfall während seines Feiertagsdienstes sprechen.

Der Arzt war Donnerstagvormittag zu einem jungen Patienten mit Angina nach Stadl-Paura, Bezirk Wels-Land (OÖ), gerufen worden. Er betrat aber irrtümlicherweise ein Nachbargrundstück, das er von früheren Hausbesuchen gekannt haben dürfte. Wohl auch deshalb läutete der Mediziner nicht an, öffnete das unversperrte Haustor und ging zielstrebig zum Eingang. Erst vor einer weiteren Gartentür, hinter der er lautes Bellen hörte, wurde der Arzt stutzig. Er wollte sich noch via Handy über die richtige Adresse vergewissern, als plötzlich die beiden Hunde über ihn herfielen. Laut Polizei sollen sie selbstständig die Tür geöffnet haben. „Der Doktor hat um sein Leben geschrien“, berichten Nachbarn. Noch bevor Polizei und Rettung eintrafen, konnte sich der Arzt befreien: Mit einem Gartenwerkzeug schlug er so lange auf den Kopf des Bullterriers ein, bis dieser von ihm abließ. Dann schleppte sich der Schwerverletzte zum Gartentor und drückte es hinter sich zu. Er wurde ins Klinikum Wels gebracht und musste operiert werden.

Revier verteidigt

Nach der Hundeattacke geht in der Siedlung die Angst um. Nachbarn beklagen, dass das Haustor nie versperrt sei. Kinder lasse man nicht mehr alleine auf die Straße. „Die Hunde sind eine tickende Zeitbombe“, meint eine Frau. „Einer der Hunde ist vor fünf Jahren auf einen alten Mann losgegangen“, behauptet Anrainer Christian E.

„Meine Hunde haben nur ihr Revier verteidigt. Ich war nicht zu Hause. Wenn der Arzt am Eingangstor geläutet hätte, hätte er gemerkt, dass er hier falsch ist“, sagt die Hundebesitzerin. Kira und Zeus wären „ganz normale Hunde“, die sie zum Schutz vor Einbrechern angeschafft hätte. Ihr Haustor will die Frau in Zukunft aber absperren. Sie wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung angezeigt.

Ihre Tiere kann die Frau vorerst behalten, der Bürgermeister wird die weitere Haltung aber an Auflagen binden. Bei Nichterfüllung oder Gefahr in Verzug könnten die Hunde der Frau laut Gesetz auch sofort entzogen, und, sofern es keine andere Möglichkeit gibt, „schmerzlos getötet“ werden.

Weil er sich in der Adresse geirrt hatte, endete ein Hausbesuch für einen Allgemeinmediziner im Spital. Ein Rottweiler und ein Bullterrier fügten dem 54-Jährigen schwere Bissverletzungen an Kopf, Beinen und Armen zu. Ihm geht es schon besser, er will aber nicht über den Zwischenfall während seines Feiertagsdienstes sprechen. Der Arzt war Donnerstagvormittag zu einem jungen Patienten mit Angina nach Stadl-Paura, Bezirk Wels-Land (OÖ), gerufen worden. Er betrat aber irrtümlicherweise ein Nachbargrundstück, das er von früheren Hausbesuchen gekannt haben dürfte. Wohl auch deshalb läutete der Mediziner nicht an, öffnete das unversperrte Haustor und ging zielstrebig zum Eingang. Erst vor einer weiteren Gartentür, hinter der er lautes Bellen hörte, wurde der Arzt stutzig. Er wollte sich noch via Handy über die richtige Adresse vergewissern, als plötzlich die beiden Hunde über ihn herfielen. Laut Polizei sollen sie selbstständig die Tür geöffnet haben. „Der Doktor hat um sein Leben geschrien“, berichten Nachbarn. Noch bevor Polizei und Rettung eintrafen, konnte sich der Arzt befreien: Mit einem Gartenwerkzeug schlug er so lange auf den Kopf des Bullterriers ein, bis dieser von ihm abließ. Dann schleppte sich der Schwerverletzte zum Gartentor und drückte es hinter sich zu. Er wurde ins Klinikum Wels gebracht und musste operiert werden. Revier verteidigtNach der Hundeattacke geht in der Siedlung die Angst um. Nachbarn beklagen, dass das Haustor nie versperrt sei. Kinder lasse man nicht mehr alleine auf die Straße. „Die Hunde sind eine tickende Zeitbombe“, meint eine Frau. „Einer der Hunde ist vor fünf Jahren auf einen alten Mann losgegangen“, behauptet Anrainer Christian E. „Meine Hunde haben nur ihr Revier verteidigt. Ich war nicht zu Hause. Wenn der Arzt am Eingangstor geläutet hätte, hätte er gemerkt, dass er hier falsch ist“, sagt die Hundebesitzerin. Kira und Zeus wären „ganz normale Hunde“, die sie zum Schutz vor Einbrechern angeschafft hätte. Ihr Haustor will die Frau in Zukunft aber absperren. Sie wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung angezeigt. Ihre Tiere kann die Frau vorerst behalten, der Bürgermeister wird die weitere Haltung aber an Auflagen binden. Bei Nichterfüllung oder Gefahr in Verzug könnten die Hunde der Frau laut Gesetz auch sofort entzogen, und, sofern es keine andere Möglichkeit gibt, „schmerzlos getötet“ werden.