Der Helikopter stürzte in ein unwegsames Waldstück bei Kirchham (OÖ)

© /Philipp Wiatschka/salzi.at

Oberösterreich

Helikopter stürzte wegen Treibstoffmangels ab

46-jähriger Pilot starb im April 2014 bei Flugunglück in Kirchham. Der Endbericht der Untersuchungsstelle liegt nun vor.

von Jürgen Pachner

02/25/2016, 06:47 PM

Ein Ohrenzeuge hatte noch das Rattern der Rotorblätter gehört: "Dann war Totenstille", berichtete Martin O. am 5. April 2014. Um 17.54 Uhr war über einem unwegsamen Waldgebiet in Kogl bei Kirchham (OÖ) ein mit drei Personen besetzter Helikopter des Typs Enstrom 280FX abgestürzt. Der aus Salzburg stammende Pilot Andreas A. erlitt tödliche Kopfverletzungen. Seine beiden Passagiere, die 49-jährige Unternehmerin Jane-Beryl S. aus Gmunden und der 45-jährige Josef W. aus Sankt Florian am Inn, überlebten das Unglück schwer verletzt.

A., der im Hauptberuf Soldat beim Bundesheer war, galt mit 885 absolvierten Flugstunden als routinierter Pilot und Fluglehrer. Kollegen beschrieben ihn als besonnen. Der 46-Jährige hinterließ eine Frau, die mit Zwillingen schwanger war.

Kurz vor dem Absturz hatte A. bereits bei dem nur wenige Kilometer entfernt gelegenen Flugplatz Gmunden-Gschwandt um Landeinformationen gebeten, die ihm offenbar von dort auch erteilt worden sind. Insgesamt handelte es sich um einen Rundflug mit einem geplanten Zwischenstopp am steirischen Flugplatz Pogusch.

Die Unfallursache war zunächst rätselhaft – unter anderem auch, weil es keine Augenzeugen gegeben hatte. Nach mehrmonatigen Untersuchungen deutete aber bereits viel darauf hin, dass Treibstoffmangel einer der Gründe gewesen sein könnte.

Rostige Anschlüsse

Nach fast zwei Jahren liegt nun endlich der Endbericht der Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes zu dem Unglücksfall vor. Dieser bestätigt, dass der Helikopter-Absturz auf den Ausfall des Triebswerks als Folge eines Kraftstoffmangels zurückzuführen war. "Mit hoher Wahrscheinlichkeit hat eine fehlende Kraftstoffvorratsanzeige dazu beigetragen", betont Peter Urbanek, Chef der Untersuchungsstelle.

Eine Überprüfung des Kraftstoff-Füllstandsgebers habe erhebliche Korrosionen an den elektrischen Anschlüssen gezeigt. "Bei der Untersuchung ist eine Fehlfunktion festgestellt worden. Jedoch ist nicht bekannt, wie lange diese schon vorlag und ob der Pilot davon auch Kenntnis hatte."

Neben der fehlerhaften Kraftstofffüllstandsanzeige dürfte weiters eine zu geringe Flughöhe mitverantwortlich gewesen sein. Urbanek: "Die Flughöhe war für eine sichere Autorotation nicht ausreichend." Der Unfallort ermöglichte aber gar keine sichere Notlandung.

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