Gewalttat in Linz: Polizei vermutet Verbindungen in Drogenszene
Die Tatortarbeit ist inzwischen abgeschlossen
Nach einer tödlichen Gewalttat an einem 49-jährigen Linzer hatte sich die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen lange bedeckt gehalten. Der Mann war am Montag gefesselt und übel zugerichtet in seiner Wohnung gefunden worden, die Tat dürfte sich in der Nacht auf Sonntag ereignet haben.
Nun hat die Landespolizeidirektion Oberösterreich erste Details zum Stand der Mordermittlungen in dem Fall veröffentlicht. "Im Zuge der Spurensicherung wurden Suchtmittel in einem Ausmaß sichergestellt, welches mit einem Eigenkonsum des Opfers nicht in Einklang zu bringen ist", hiet es in einer Aussendung Montagnachmittag.
Verbindungen in Drogenmilieu oder Rotlichtszene?
Daraus schließen die Ermittler: "Verbindungen zum Drogenmilieu, aber auch Verbindungen in die Rotlichtszene, scheinen aufgrund bisheriger Erkenntnisse evident."
Der Bruder des 49-Jährigen hatte die Leiche des Immobilienmaklers am Montag der Vorwoche in dessen Dachgeschosswohnung in der Linzer Innenstadt entdeckt. Der leblose Körper war an Händen und Füßen gefesselt und wies zahlreiche Verletzungen auf, die auf stumpfe Gewalt hindeuteten. Laut Obduktion starb der Mann an einem Schädel-Hirn-Trauma.
"Sorgfältig geplante Tat"
Es sei sofort klar gewesen, "dass es sich um ein Gewaltverbrechen handelte", weshalb das Landeskriminalamt die Ermittlungen in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Linz übernommen habe, heißt es nun. Aufgrund der Tatortsituation und der Spurenlage sei "von einer sorgfältig geplanten Tat auszugehen".
Das Privatleben und das persönliche Umfeld des Opfers sei durchleuchtet worden und seien noch immer Gegenstand intensiver polizeilicher Recherchen. Im Landeskriminalamt wurde eine eigene fachübergreifende Ermittlungsgruppe gebildet, die sich ausschließlich mit der Klärung dieses Falles beschäftigt.
Landespolizeidirektor Andreas Pilsl sagt dazu: "Zunächst darf ich der Familie der Hinterbliebenen mein ausdrückliches Beileid aussprechen. Bei diesem Mordfall handelt es sich sicher um eine außergewöhnliche Tat, die auch vonseiten der Polizei außergewöhnlich Maßnahmen erfordert."
Deshalb begrüße er die Einrichtung der Ermittlungsgruppe und bedanke sich "bei allen Ermittlern für die unzähligen arbeitsintensiven Stunden, die seit Bekanntwerden der Tat geleistet wurden", so Pilsl.
Kommentare