Gesunde Gebärmutter entfernt: Spital gibt Gutachten in Auftrag

Zwei Personen in Laborkitteln führen Experimente mit Flüssigkeiten und Reagenzgläsern durch.
Man wolle externe Beurteilung einholen. Ziel sei es auch, "so rasch als möglich eine gemeinsame Lösung" mit Patientin zu finden.

Nachdem am Kepler Universitätsklinikum (KUK) in Linz einer Frau fälschlicherweise die gesunde Gebärmutter entfernt wurde, hat das Krankenhaus am Freitag angekündigt, ein Gutachten in Auftrag zu geben, um "eine externe objektive Beurteilung des Falles einzuholen und allfällige weitere Ableitungen für Prozesse und Qualitätssicherung vornehmen zu können". Auch sei man bereits in Kontakt mit dem Anwalt der betroffenen Patientin getreten.

"Unser Ziel ist es, so rasch als möglich eine gemeinsame Lösung zu finden", betonte das KUK. Seiner Mandantin biete man auch ein Gespräch und psychologische Unterstützung an. Selbstverständlich sei man auch bereit, einer etwaigen Empfehlung der Patientenanwaltschaft Folge zu leisten.

Gewebeprobe von Gebärmutter kontaminiert

Der Frau war die gesunde Gebärmutter entfernt worden, weil eine Gewebeprobe im Labor kontaminiert worden war und man deshalb von einem aggressiven Krebs ausging. Erst nach der Operation stellte sich heraus, dass das Organ gesund und nur die Probe verunreinigt war.

Das Uniklinikum hatte bereits nach Bekanntwerden des Falls mitgeteilt, dass aus seiner Sicht kein medizinisches oder rechtliches Fehlverhalten vorliegen würde. Bei der Probe sei es "zu einer äußerst seltenen pathologischen Komplikation" gekommen, was selbst "bei sorgfältigsten Abläufen unter strengsten Qualitätsstandards nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden" könne.

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