Fatale Fehldiagnose in Linz: Frau wurde gesunde Gebärmutter entfernt
Einer jungen Frau soll im Kepler Universitätsklinikum (KUK) in Linz die gesunde Gebärmutter entfernt worden sein, weil man fälschlicherweise von einem Tumor ausging, berichtet die APA.
Im Nachhinein habe sich herausgestellt, dass die Gewebeprobe im Labor kontaminiert worden sei, berichteten "Oberösterreichische Nachrichten" (OÖN), "Kronen Zeitung" und "News" am Dienstag. Demnach sei die Frau auch erst vier Wochen nach Bemerken des Fehlers darüber informiert worden.
Rascher OP-Termin im Sommer
Der etwa 30-jährigen Patientin wurde laut den Berichten im Sommer mitgeteilt, sie habe einen Tumor und müsse rasch operiert werden. Die Gebärmutter wurde entfernt. Als diese im Labor - wie routinemäßig üblich - noch einmal untersucht wurde, stellte sich heraus, dass es kein Tumorgewebe gab.
Die Probe war demnach durch die eines anderen Patienten kontaminiert worden und das Ergebnis deshalb fälschlicherweise positiv gewesen.
Laut den Artikeln sei die Patientin erst rund vier Wochen nach dem zuständigen Primar darüber informiert worden, dass es einen falschen Befund gegeben hatte. In dieser Zeit habe sie geglaubt, an einer aggressiven Krebsform erkrankt zu sein.
Ein falsch positives Ergebnis könne laut Fachliteratur in 0,01 bis drei Prozent der Fälle auch bei höchster Sorgfalt vorkommen, zitierten Medien die oberösterreichische Gesundheitsholding, Träger des KUK.
Klinik will Vertrauen wiederherstellen
"Die Fälle werden durchleuchtet und analysiert. Zudem gibt es auch neuerliche Schulungen mit den jeweiligen Teams", sagte der ärztliche Leiter Karl-Heinz Stadlbauer gegenüber den OÖN zum generellen Vorgehen. "Jeden Zwischenfall, der in unserem Krankenhaus passiert, bedauern wir zutiefst. Deshalb ist uns auch ein offenes Gespräch mit den betroffenen Patienten sehr wichtig. Nur das kann das Vertrauen wiederherstellen." Zu dem konkreten Fall nahm man nicht Stellung, die APA hat um eine Stellungnahme gebeten.
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