Gartlehner-Nachfolge geregelt: Steyrs Rote setzen auf Schwarz

Der nach einer Lobbying-Affäre in die Kritik geratene SP-Politiker Kurt Gartlehner kandidiert nicht mehr für den Nationalrat.

Durch seine früheren Geschäftsbeziehungen zum Lobbyisten Peter Hochegger ist SP-Politiker Kurt Gartlehner zuletzt auch parteiintern wieder unter Beschuss geraten. Der KURIER berichtete. An einen Rücktritt denkt der Großraminger, der für die Roten seit 1990 im Nationarat sitzt, nicht. „Ich sehe keinen Anlass für diesen Schritt.“ Auch Oberösterreichs SP-Chef Josef Ackerl setzt auf den Faktor Zeit. Gartlehner wird im September 60, er will die Funktionsperiode im Nationalrat als Abgeordneter zu Ende „dienen“. Danach ist allerdings Schluss. Gartlehner wird bei der nächsten Nationalratswahl nicht mehr antreten. Seine Funktion als stellvertretender Vorsitzender der Landespartei hat er ja bereits im November 2011 verloren – als Folge seiner Beratertätigkeit für Hochegger.

Die Frage ist nun: Wer ersetzt Gartlehner im Nationalrat? Der Nachfolger soll auf der Bezirkskonferenz der Steyrer Sozialdemokraten im Herbst offiziell präsentiert werden. Hinter den Kulissen steht der neue starke Mann für Wien längst fest. „Er kommt aus der Gewerkschaft und ist ein Vertreter der Arbeitnehmer“, gibt sich ein hochrangiger SP-Mann bedeckt. Der KURIER brachte allerdings in Erfahrung, dass Gartlehners Nachfolgers Erich Schwarz heißt.

Nachfolger

Erich Schwarz soll in den Nationalrat nachrücken.
© Bild: AK Oberösterreich

Der 55-Jährige ist Vorsitzender des Zentralbetriebsrates bei MAN Steyr und fest in der regionalen SP-Sektion verankert. Schwarz ist gelernter Karosseriespengler und Obmann des Fußballklubs ATSV Neuzeug. Für eine Stellungnahme war Schwarz nicht erreichbar. Er ist erst am Dienstag wieder beruflich tätig – nach einem dreiwöchigen Argentinien-Urlaub. Gartlehners Stellvertreter im Bezirk SteyrGerda Weichsler-Hauer, Ingrid Weixlberger und Manfred Kalchmair – sowie Bezirksgeschäftsführer Martin Hornhuber haben sich schon vor einiger Zeit auf Schwarz geeinigt. Offiziell will (noch) niemand Stellung dazu nehmen.

( Kurier ) Erstellt am 21.01.2012