Der Schutz einer FSME-Impfung gegen die Viruserkrankung beträgt bis zu 99 Prozent

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Chronik Oberösterreich
06/21/2021

Bei FSME jetzt ans Auffrischen denken

Es sollten zwei Wochen zwischen Zeckenschutz- und Corona-Impfung liegen

von Claudia Stelzel-Pröll

Obwohl sich derzeit alles um die Covid-Impfung dreht, gibt es noch andere Gesundheitsparameter, die im Auge behalten werden sollten. Zum Beispiel die Auffrischung der Zeckenimpfung alle fünf Jahre. Die Impfbereitschaft wäre auch letztes Jahr grundsätzlich hoch gewesen, aber durch den Wegfall der organisierten Impfungen an BH, Schulen und Magistraten entstanden offensichtlich Impflücken mit deutlichem Anstieg der Fallzahlen.

„Die niedergelassene Ärzteschaft arbeitet seit Beginn der Corona-Pandemie auf Hochtouren, um Schutzimpfungen aller Bevölkerungsgruppen in einem sicheren Umfeld zu ermöglichen – damit wirklich alle eine Impfung bekommen, die eine möchten“, betont Ulrike Waltl.

Sie ist Impfreferentin der Ärztekammer OÖ und niedergelassene Kinderärztin in Bad Goisern. „Wünschenswert wäre auch die Aufnahme der FSME-Impfung ins Gratis-Impfprogramm der Kinder und Jugendlichen – hier wäre eine österreichweite Lösung gefragt“, fordert die Medizinerin.

OÖ als Hotspot

Nach wie vor ist Oberösterreich der Zecken-Hotspot im Österreichvergleich. Heuer wurden bereits 8 FSME-Fälle dokumentiert. „Im Rekordjahr 2020 wurde ein Viertel der 215 Fälle in OÖ diagnostiziert – umso wichtiger ist, dass an die Schutzimpfung gedacht wird. Die in Österreich verwendeten Impfstoffe sind bei sehr guter Verträglichkeit für Kinder und Erwachsene ausgezeichnet wirksam“, so Waltl.

Lebensbedrohlich

FSME ist die häufigste virale Gehirnhautentzündung des europäischen Raumes. Die Hälfte der infizierten Fälle leiden an einer Gehirnhaut- oder Gehirnentzündung. Diese lebensbedrohlichen Krankheiten können nicht ursächlich behandelt werden, es gibt kein Medikament, das in kurzer Zeit heilen kann. Die Infektion kann auch Säuglinge und Kleinkinder betreffen, die gerne im Freien spielen.

Als Impfabstand zwischen der FSME (Totimpfstoff) und einer Corona-Impfung empfiehlt das Nationale Impfgremium mindestens 14 Tage.

Wer mit der sogenannten „Boosterung“ sehr lange gewartet hat, sollte die fällige Impfung umgehend durchführen lassen. „Im Gespräch mit dem Hausarzt, der Hausärztin kann man überlegen, nachfolgend einen Titer zu bestimmen, damit man sicher sein kann, dass die Schutzwirkung gegeben ist. In den meisten Fällen wird dies zutreffen.“

Hintergrund

Erkrankung. FSME (Frühsommer-Meningo-Encephalitis) ist eine Viruserkrankung des zentralen Nervensystems, die von Zecken übertragen werden kann. Die Infektion bewirkt in der Hälfte der Fälle  Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, löst aber in den anderen 50 Prozent eine Gehirnhaut- oder Gehirnentzündung aus

Impfung. Die Grundimmunisierung startet ab dem ersten Geburtstag. Alle fünf Jahre sollte eine Auffrischung stattfinden. Die Impfung schützt nicht vor Borreliose

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