Chronik | Oberösterreich
24.01.2013

FPÖ-Politiker empört mit „Schwuchteln“- Posting

Die KPÖ zeigte einen blauen Gemeinderat aus dem Mühlviertel an.

Ich habs schon mal zum Ausdruck gebracht: ab mit den Schwuchteln hinters VOEST-Gelände“. Mit diesem Posting auf der Facebook-Seite der FPÖ-Linz sorgt Wolfgang Kitzmüller, FP-Gemeindevorstand von Kirchschlag bei Linz, für Empörung.
Den Appell hatte der 56-Jährige am 18. Jänner unter ein Internet-Voting der FPÖ zum Thema Schuldenerlass für die in finanzielle Schwierigkeiten geratene Homosexuellen-Initiative (HOSI) Linz platziert. Das Posting wurde inzwischen gelöscht, dem KURIER liegt allerdings ein Screenshot vor.

Wegen des Verdachts der NS-Wiederbetätigung erstattete die KPÖ am Donnerstag Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Linz. Hintergrund: Im Bereich der heutigen voestalpine (früher Hermann-Göring-Werke) befand sich zwischen 1938 und 1945 ein Außenlager des KZ Mauthausen, in dem rund 40.000 Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter interniert waren. „Die Aussage Kitzmüllers stellt eine Gutheißung der vom Nazi-Regime betriebenen Verfolgung und Tötung von Homosexuellen dar“, meint KPÖ-Landessprecher Leo Furtlehner.

Entsetzt ist auch HOSI-Sprecher Gernot Wartner: „ Kitzmüllers Aussage ist völlig indiskutabel, ein Mandatar mit derartiger Geisteshaltung hat in einer demokratischen Volksvertretung nichts mehr verloren.“ Die HOSI überlegt eine Strafanzeige wegen Verhetzung.
Kitzmüller selbst bestreitet die Vorwürfe: „Mein Posting hat nichts damit zu tun, was früher auf dem Voest-Gelände war.“ Doch für seine Wortwahl entschuldige er sich. „Die war unangebracht und nicht in Ordnung.“