Christoph und Doris Scheriau-Raschhofer

© Raschhofer/Volker Weihbold

Raschhofer
04/13/2020

Europas bestes Zwickl

Die Innviertler Brauerei Raschhofer hat sich der klassischen Brauweise verschrieben und macht Europas bestes Zwickl. Von Gerhard Marschall.

Europas bestes Zwicklbier kommt aus Altheim. Das wurde der Brauerei Raschhofer im Vorjahr beim European Beer Star Award hochoffiziell bescheinigt. 2.483 Biere aus 47 Ländern in 67 Kategorien wurden dabei beurteilt. Für die Innviertler war es nach 2008 bereits die zweite Goldmedaille, plus einmal Silber und fünfmal Bronze. So viel hat keine andere österreichische Brauerei beim renommiertesten Wettbewerb der Branche eingeheimst.

Seit 375 Jahren

„Wir brauen wirklich anders“, sagt Doris Scheriau-Raschhofer. Gemeinsam mit Ehemann Christoph Scheriau führt sie den mittelständischen Familienbetrieb in zehnter Generation. Gebraut wird auf dem Haus seit 375 Jahren. Die lange Tradition wird im Festhalten an klassischer Brauweise hochgehalten, kombiniert mit moderner Technologie. Das Andere, Besondere an der Raschhofer’schen Philosophie ist laut Chefin ein Dreierlei.


Das ist zum einen das Vollkupfersudhaus, das nicht nur schön anzusehen sei. Kein anderes Metall lasse sich so weich und kunstvoll formen, betont Scheriau-Raschhofer: „Kupfer macht sehr ausgewogene, runde Biere. Das hört sich nicht nur gut an, sondern ist zu schmecken. Das Runde geht bis ins Bier.“ Zudem wird die 70-Hektoliter-Kupferpfanne vom Boden her direkt befeuert, eine selten angewandte Methode. Weiters werden die Biere in offenen Bottichen vergärt. So kann jederzeit eingegriffen werden, etwa um Schadstoffe händisch abzuschöpfen. Schließlich drittens die liegenden Lagertanks, in denen das Bier auf schonende Art reifen kann, weil weniger Druck auf ihm lastet als in stehenden Tanks.

Regional und überregional

„Wir sind einerseits eine klassische Regionalbrauerei“, beschreibt Doris Scheriau-Raschhofer den Absatzmarkt. Beliefert werden Wirte im Umland, rund um den Kirchturm sozusagen, aber auch der Handel. Einen Wettbewerbsvorteil hat Georg Raschhofer, der Vater der heutigen Eigentümerin, begründet. Er hat sich seinerzeit dem Bierkartell verweigert und überregional ausgeliefert. Das hat überdauert. So geht das Zwickl in der Flasche speziell in Ostösterreich gut. Eine wichtige Vertriebsform ist die Gastronomie-Gruppe von Cousin Heiner Raschhofer. Er ist mit Glorious Bastards, Raschhofer Rossbräu und Indigo in Salzburg, Linz, Innsbruck und Wien präsent.


Vor zwei Jahren wurde in Altheim der Innviertler Brauturm eröffnet. Bier ist heute reich an Facetten und vielfältig, will deshalb auch entsprechend inszeniert sein. „Vom höchsten Punkt der Brauerei eröffnet sich ein Rundumblick bis in das benachbarte Bayern. Damit wird auch an die gemeinsame Geschichte des Innviertels und des Nachbarlands angeknüpft, die sich bis heute in der Liebe zum Bier hüben wie drüben ausdrückt.

„Bier zu brauen macht uns Spaß“, beschreibt das Ehepaar Scheriau sein unternehmerisches Motiv. Und auch wenn die Gastronomie zurzeit als Abnehmer komplett ausfalle, soll sich diese Freude nicht eintrüben. „Corona wird ja auch wieder einmal zu Ende sein.“

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