Stiegl-Niederlassungsleiter Hötzinger und Wirt Hofbauer treten gegen  die geplante Verschärfung auf.

© Pressefoto Scharinger / Daniel Scharinger

Oberösterreich
02/06/2015

Erste Wirte-Demo gegen Rauchverbot

In Schärding marschieren am Mittwoch Gastronomen auf und protestieren gegen Pläne der Regierung.

von Jürgen Pachner

Der Unmut über das von der Regierung geplante völlige Rauchverbot in der Gastronomie ist groß. Die vom Wiener Wirt Heinz Pollischansky ins Leben gerufene Initiative "Rauchzeichen" findet immer mehr Unterstützung. Binnen weniger Tage unterzeichneten mehr als 15.000 Menschen eine Petition, in der sie für die Beibehaltung der bestehenden gesetzlichen Regelung (Trennung in Raucher- und Nichtraucherbereiche) eintreten. Ziel sind insgesamt 100.000 Unterschriften.

Auch in OÖ formiert sich Protest. Am Mittwoch (17 Uhr) findet in Schärding die erste Demo statt, zu der Hunderte Teilnehmer erwartet werden. Zehn lokale Gastronomen sind die Organisatoren. Markus Hofbauer, Betreiber des Café-Restaurants Barista, ist einer von ihnen. "Wenn einseitig nachteilige Rahmenänderungen erlassen werden, ohne, dass man Lösungen anbietet, ist das inakzeptabel." Ab Frühjahr will der 42-Jährige sein Restaurant zwar komplett rauchfrei gestalten, für das Café und die Nachtbar sei das aber nicht denkbar.

"Das hätte zur Folge, dass Gäste zum Rauchen vor das Lokal gehen müssten. In den Nachtstunden wäre das für unsere Nachbarn aber eine unzumutbare Lärmbelästigung", betont der Wirt. Logische Konsequenz davon wäre, dass die Sperrstunden eingeschränkt werden. "In Passau müssen Lokale jetzt um zwei Uhr Früh schließen."

Anreise mit Bussen

Problematisch sei auch, dass es für Gäste, die sich nicht an das Rauchverbot halten, kaum eine Handhabe gebe. "Die Polizei ist dafür nicht zuständig, man kann maximal ein Hausverbot aussprechen." Hofbauers Vorschlag: Nicht der Wirt, sondern der Raucher sollte in solchen Fällen Strafe zahlen müssen.

Unfair sei außerdem, dass Vereine und Zeltfeste von der geplanten Regelung befreit werden. "Gerade dort, wo öffentliche Mittel reinfließen, gibt es kulante Ausnahmen – sehr seltsam." Für die Demo in Schärding haben sich Gastronomen aus ganz Österreich angesagt. "Aus Amstetten kommen beispielsweise zehn Wirte mit einem Bus voll Gästen, aus Ried kommen drei Busse und auch aus Linz und Steyr erhalten wir Unterstützung." Als Gastredner sind Gemeindebund-Präsident Hingsamer (ÖVP), Bundesrat Stadler (SPÖ) und FPÖ-Chef Haimbuchner geplant.

Die Stiegl-Brauerei ist einer der Sponsoren: "Wir stehen für Eigenverantwortung und Selbstbestimmung", erklärt Stiegl-Niederlassungsleiter Gerhard Hötzinger.

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