Chronik | Oberösterreich
05.12.2011

Erneut Suizid nach Bluttat

Ähnlich wie am Tag zuvor sprang am Dienstag in Wels ein Oberösterreicher nach einem blutigen Beziehungsstreit aus großer Höhe in den Tod.

In der Nacht auf Dienstag hat in Wels ein Mann seine Ehefrau attackiert. Danach beging er Selbstmord. Der 47-Jährige Martin G. fügte seiner Gattin nach einem Streit schwere Kopfverletzungen zu und sprang nach der Tat aus der Wohnung im zehnten Stock eines Hochhauses in die Tiefe. Die Tat passierte nur wenige Stunden, nachdem sich ein 44-jähriger Mann in Oberösterreich von einer Autobahnbrücke in den Tod gestürzt hatte. Auch er hatte zuvor seine Ex-Freundin mit einem Messer lebensgefährlich verletzt.

Was der Grund für den Streit war, ist unbekannt. Der 16-jährige Sohn des Paars war gegen halb drei Uhr Früh noch einmal aufgestanden, weil er dachte etwas gehört zu haben und fand seine Mutter verletzt in der Wohnung. Er alarmierte Polizei, Rettung und seinen älteren Bruder.

Die Geschwister vermuteten zuerst, ihr Vater sei mit dem Auto geflüchtet. Weil der Wagenschlüssel aber in der Wohnung lag, machten sich die Burschen auf die Suche und fanden ihren Vater leblos vor dem Haus liegen.

"Die Mutter ist außer Lebensgefahr und bei Bewusstsein, kann sich aber an nichts erinnern", berichtet Josef Hanl von der Polizei Wels. "Wir haben versucht, die Frau zu vernehmen, dazu ist es aber noch zu früh."

Keine Lebensgefahr

Unterdessen ist das Opfer der Messerattacke in Vöcklabruck außer Lebensgefahr. Wie berichtet, hatte ihr Ex-Freund am Montag der 29-jährigen Kerstin S. schwere Stichverletzungen zugefügt. "Die Operation ist gut verlaufen. Das Opfer wurde heute aus dem künstlichen Tiefschlaf erweckt", betont Peter Panholzer, ärztlicher Direktor im Landeskrankenhaus Vöcklabruck. "Es geht ihr gut, der Zustand ist stabil."

Die Polizei wertet die schon länger zurückliegende Trennung von der Frau als Motiv für die Attacke des Mannes. "Er dürfte damit nicht zurecht gekommen sein", vermutet Sicherheitsdirektor Alois Lißl . Die Frau ist nach wie vor nicht vernehmungsfähig. "Wir werden sie befragen, wenn es die Ärzte erlauben. Wir erhoffen uns von ihr endgültig Aufschluss über die Bluttat."