Hier soll sich laut Filmemacher Andreas Sulzer der Eingang des bisher unbekannten Stollens befinden - Experten haben dafür aber keine Beweise gefunden.

© /Andras Sulzer

KZ Gusen
01/22/2015

Enkel von SS-General wünscht sich Aufklärung

Es gibt laut Hinweise auf weitere Stollen in St. Georgen an der Gusen.

von Christoph Weiermair

"Die Wahrheit kennt nur der Spaten", sagte Tilmann Kammler am Mittwochabend bei einer Pressekonferenz in St. Georgen an der Gusen, OÖ. Sein Großvater, der SS-General Hans Kammler (1901-1945), ließ in der Mühlviertler Gemeinde ab dem 1943 von tausenden KZ-Häftlingen gigantische Stollenanlagen in den Untergrund treiben – unter anderem die bekannte Anlage "Bergkristall", in dem die Nazis vor Bomben geschützt den Düsenjäger Messerschmitt Me 262 herstellten.

Nun deuten Luftaufnahmen und Geheimdienstberichte darauf hin, dass in St. Georgen neben "Bergkristall" noch weitere Stollen existierten – unter anderem die Anlagen "Esche I" und "Esche II". "Der Baumname deutet in der NS-Geheimsprache auf eine Festungsanlage hin", meinte Filmemacher Andreas Sulzer, der jüngst auf dem ehemaligen SS-Schießplatz in St. Georgen auf den Eingang zu einem bisher unbekannten, unterirdischen SS-Bau gestoßen war.

In "Esche" könnten unter anderem Raketen hergestellt worden sein, meinte Sulzer. Nicht umsonst hätten SS-Chef Heinrich Himmler und auch V2-Konstrukteur Wernher von Braun St. Georgen besucht. "Die Hinweise, die Sulzer gesammelt hat, sind hochbrisant und gehören aufgearbeitet", sagte Tilmann Kammler. Geoelektrik-Expertin Birgit Kühnast empfahl weitere Bohrungen.

Das Gusen-Gedenkdienstkomitee erinnerte am Mittwoch erneut an die Gräueltaten, die sich bis Kriegsende in St. Georgen ereigneten. Bis zu 70.000 Häftlinge kamen in den Konzentrationslagern, den "schrecklichen Zwillingen von Mauthausen" ums Leben.

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